Panorama
Bei den afghanischen Streitkräften im Einsatz: die Mi-17 sind robuste Transporthubschrauber aus russischer Produktion.
Bei den afghanischen Streitkräften im Einsatz: die Mi-17 sind robuste Transporthubschrauber aus russischer Produktion.(Foto: picture alliance / Michael Kappe)
Mittwoch, 31. Oktober 2018

Unglück nahe der Grenze zum Iran: Regionalpolitiker sterben bei Absturz

Ein tödlicher Zwischenfall überschattet die Bemühungen für einen friedlichen Wiederaufbau des kriegszerstörten Afghanistans. Im Westen des Landes schlägt ein Transporthubschrauber im Gebirge auf. Mehr als 20 Menschen an Bord sterben.

Beim Absturz eines Armeehubschraubers im Westen Afghanistans sind offiziellen Angaben zufolge alle 25 Insassen ums Leben gekommen, darunter auch viele Zivilisten. Das Unglück ereignete sich demnach im Bezirk Anar Dara in der Provinz Farah an der iranischen Grenze.

Der Armeehubschrauber sei bei schlechtem Wetter auf seinem Weg in die benachbarte Provinz Herat gegen eine Bergspitze geflogen, sagte Dadullah Kaneh vom Provinzrat von Farah. Laut dem Provinzsprecher waren unter den Toten der Vize-Armeechef für West-Afghanistan sowie das Oberhaupt des Provinzrats von Farah. Der Hubschrauber vom Typ Mi-17 der afghanischen Luftwaffe sei während eines Transportflugs in Begleitung einer zweiten Maschine unvermittelt abgestürzt, berichteten lokale Medien.

"Es gibt keine Überlebenden", sagte ein Sprecher der Streitkräfte. Der Hubschrauber sei in einer gebirgigen Region aufgeschlagen. Ob die Besatzung des zweiten Hubschraubers den Absturz beobachten konnte, blieb unklar. Die radikalislamischen Taliban behaupteten, Kämpfer der Miliz hätten den Helikopter abgeschossen.

Keine Hinweise auf Beschuss

Prominenteste Opfer des Absturzes sind der Leiter des Provinzrats, Farid Bakhtawar, sowie der stellvertretende Kommandeur der überregional bedeutenden Zafar-Militäreinheit Nematullah Khalil. Mit ihnen kamen mehrere ihrer Mitarbeiter ums Leben. Die beiden Hubschrauber befanden sich auf dem Flug von Farah in die rund 200 Kilometer nördlich gelegene Stadt Herat. Hinweise auf einen Beschuss vom Boden gibt es bislang nicht.

Politiker und Militärvertreter nutzen für ihre Reisen in Afghanistan häufig Hubschrauber. Abstürze sind in dem bergigen Konfliktstaat keine Seltenheit. Im September explodierte ein mit Waffen und Munition beladener afghanischer Militärhubschrauber, als er bei einer Notlandung in Brand geriet. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet.

Ebenfalls im September stürzte ein Hubschrauber einer Moldauer Firma in der nördlichen Provinz Balch ab. Zwölf Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Ukrainer. Nach afghanischen Angaben hatte auch dieser Helikopter Waffen und Munition an Bord und explodierte beim Aufprall.

Datenschutz

Quelle: n-tv.de