Panorama

Unfalldrama in Südfrankfreich Regionalzug zerreißt Schulbus

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Die Wucht des Aufpralls riss den Schulbus in zwei Teile.

(Foto: Matthieu Ferri/France Bleu/AP/dpa)

Ein schwerer Unfall erschüttert Frankreich: An einem Bahnübergang erfasst ein Regionalzug einen Schulbus mit voller Wucht. Das Fahrzeug wird dabei in zwei Teile zerrissen. In den Trümmern verlieren sechs Kinder ihr Leben.

Nach dem Zusammenstoß eines Regionalzuges mit einem Schulbus in Südfrankreich ist die Zahl der toten Kinder und Jugendlichen auf sechs gestiegen. Zwei Mädchen erlagen am Tag nach dem Unfall ihren schweren Verletzungen, wie die französischen Behörden mitteilten. Von den 18 Verletzten schweben noch mehrere Personen in Lebensgefahr. Die Todesopfer sind inzwischen identifiziert, die Angehörigen werden psychologisch betreut.

Der Unfall ereignete sich an einem beschrankten Bahnübergang in Millas bei Perpignan in den östlichen Pyrenäen. Der Unglücksort liegt nahe der spanischen Grenze am Mittelmeer. An einem beschränkten Bahnübergang war ein Regionalzug ungebremst in den Schulbus gefahren.

Bilder vom Unfallort zeugen von der Wucht des Aufpralls. Der Schulbus wurde am Donnerstagnachmittag gegen 16.00 Uhr seitlich von dem Zug erfasst und regelrecht zerrissen. Der Bürgermeister einer Nachbargemeinde, Robert Olive, sprach von einem "Anblick des Horrors".

"Der Bus wurde von dem Zug in zwei Teile zerschnitten", beschrieb er seine Eindrücke. Ob es sich um einen technischen Fehler der Signalanlage oder menschliches Versagen handelt, ist noch unklar. Die 48 Jahre alte Fahrerin des Schulbusses wurde bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt.

Premierminister Edouard Philippe, der noch am Abend nach Millas reiste, sprach von einem "furchtbaren Drama". Priorität habe nun, die Familien, "von denen wir alle wissen, dass sie eine Phase der Angst durchleben", mit Informationen zu versorgen. Die Identifizierung der Toten gestaltete sich aufgrund der massiven Verletzungen zunächst schwierig.

"Der Aufprall war sehr stark", berichtete eine Frau, die in dem Zug saß. "Wir hatten den Eindruck, dass der Zug entgleist und sich auf die Seite legen wird", fügte sie laut Regionalzeitung "Independant" hinzu.

Staatschef Emmanuel Macron sprach Opfern und Angehörigen am Rande des EU-Gipfel in Brüssel sein Mitgefühl aus. "Alle meine Gedanken für die Opfer dieses furchtbaren Unfalls eines Schulbusses und für ihre Familien", teilte der Präsident via Twitter mit.

95 Feuerwehrleute, viele Polizisten und mehrere Helikopter waren nach Angaben der Präfektur im Einsatz. Nach Abschluss der Rettungsarbeiten vor Ort nahmen Gutachter und Ermittler der Polizei ihre Arbeit auf. Premierminister Philippe sagte, die Justiz habe eine Untersuchung eingeleitet.

Quelle: ntv.de, fhe/dpa/AFP