Panorama

140 Menschen über Bord? Retter befürchten Boots-Unglück vor Libyen

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Von Libyens Küste aus machen sich viele Flüchtlinge auf den Weg in Richtung Europa.

(Foto: dpa)

An der libyschen Küste ist ein leeres Schlauchboot mit Platz für bis zu 140 Menschen gefunden worden. Helfer konnten mehrere Leichen einige Seemeilen entfernt aus dem Wasser holen. Ob diese aus dem gekenterten Boot stammen, ist noch unklar.

Im Mittelmeer hat sich womöglich ein neues Flüchtlingsdrama ereignet: Freiwillige Helfer der deutschen Organisation Jugend Rettet entdeckten vor der Küste Libyens ein leeres Schlauchboot mit Platz für bis zu 140 Menschen, wie die Sprecherin von Jugend Rettet, Pauline Schmidt, sagte. Die Crew des von Ärzte ohne Grenzen gecharterten Rettungsschiffs "Prudence" fand 42 Seemeilen vor der Küste fünf  Leichen, wie die Organisation über Twitter mitteilte.

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Laut Schmidt hatte die Besatzung des Schiffes "Iuventa" von Jugend Rettet am Samstag vergeblich bei Nebel und hohen Wellen nach einem Boot in Seenot gesucht, das die italienische Küstenwache gemeldet hatte. Am Sonntagmorgen habe die Besatzung dann in der Nähe der libyschen Stadt Suwara das Boot gefunden. Es sei nur kurze Zeit auf dem Meer gewesen und trug nicht die üblicherweise von Rettungskräften hinterlassenen Markierungen.

Es sei nicht sicher, dass es sich um das gesuchte Boot handelte, aber es könne von einem Unfall ausgegangen werden, sagte Schmidt. Möglich ist, dass die Insassen von libyschen Fischern gerettet wurden. Aber die Internationale Organisation für Migration (IOM) verzeichnete in den vergangenen Tagen keine derartigen Einsätze in der Gegend. Die IOM wurde zudem über den Fund von Leichen an einem Strand 30 Kilometer von Suwara entfernt informiert, konnte die Angaben aber zunächst nicht überprüfen.

Die Zahl der Menschen, die versucht, in zumeist kaum seetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, nimmt wegen der milden Jahreszeit derzeit wieder zu. In diesem Jahr starben laut IOM bereits mehr als 1000 Menschen. Knapp 37.000 seien gerettet und nach Italien gebracht worden.

Quelle: n-tv.de, vni/AFP