Panorama

Zehn Millionen von Berlusconi? Richterin rollt "Ruby"-Affäre neu auf

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Von Berlusconi zur Falschaussage verleitet? Karima El Mahroug alias "Ruby" (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Spektakuläre Wende in der juristischen Aufarbeitung der Ära Berlusconi: In Italien muss die Schlüsselzeugin des Skandals um "Bunga-Bunga-Partys" mit einem neuen Verfahren rechnen. Hat Berlusconi die Hauptbelastungszeugen bestochen?

Die in der Affäre um die "Bunga-Bunga-Partys" von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi als "Ruby" bekannt gewordene Nachtclub-Tänzerin muss erneut vor Gericht. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, werden Karima El Mahroug alias "Ruby" Falschaussagen im Prozess gegen Berlusconi vorgeworfen.

Das spektakuläre Verfahren endete im vergangenen Jahr mit einem Freispruch mangels Beweisen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Berlusconi ihr und anderen Frauen mehr als zehn Millionen Euro gezahlt haben soll, um im Prozess Aussagen zu machen, die dem Ex-Premier halfen, zumindest in diesem Verfahren einer Verurteilung zu entgehen.

Die Verhandlung gegen El Mahroug und 22 andere Angeklagte - darunter ihr früherer Freund, mehrere andere Showgirls und Helfer sowie persönliche Freunde von Berlusconi - soll Ansa zufolge am 11. Januar beginnen. Richterin Laura Marchiondelli müsse noch entscheiden, ob Berlusconi in dem Fall auch vor Gericht zitiert werde.

Der frühere Spitzenpolitiker könnte dem Bericht zufolge am 15. Dezember angehört werden. In dem eigentlichen Verfahren war dem dreimaligen Regierungschef Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Berlusconi war außerdem angeklagt, bei sogenannten Bunga-Bunga-Partys in seiner Villa San Martino in Arcore bei Mailand Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben, darunter auch mit "Ruby".

Milliardär im Altersheim

Im Jahr 2013 hatte ein Gericht Berlusconi wegen Steuerhinterziehung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen seines damals schon fortgeschrittenen Alters musste der italienische Medienmogul seine Haft allerdings nicht antreten. Stattdessen ging er auf das Angebot der Justiz ein, ersatzweise Sozialdienst in einem Altersheim zu leisten.

Der Skandal rund um "Ruby" könnte schon bald ins Licht der Aufmerksamkeit zurückkehren. Wie im Frühjahr bekannt wurde, gibt es Pläne, die Geschichte von wilden Sex-Partys des italienischen Regierungschefs auf die große Leinwand zu bringen.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa