Panorama

Schlangenalarm in Buenos Aires Riesen-Boa löst Panik aus

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Exotisches Wildtier mit übermenschlichen Kräften: Mit drei Metern Länge ist eine Boa noch nicht einmal voll ausgewachsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Drei Meter lang, 30 Kilogramm schwer und ausgestattet mit raffinierter Jagdtechnik: In der argentinischen Hauptstadt treibt eine meterlange Würgenschlange auf Abwegen die Anwohner eines ganzen Stadtviertels in den Ausnahmezustand.

Eine Boa Constrictor hat in Buenos Aires die Anwohner eines Wohnviertels in Aufruhr versetzt und mehrere Tierärzte, die Feuerwehr sowie den örtlichen Zivilschutz für mehrere Tage in Atem gehalten. Die drei Meter lange und 30 Kilogramm schwere Würgeschlange namens "Margarita" war am vergangenen Sonntag verschwunden, während ihr Besitzer ein Nickerchen hielt. Der Halter des Tieres fürchtete, die Schlange könnte ins Freie entwischt sein.

Als der Fall bekannt wurde, bekamen es die Nachbarn im Stadtteil Banfield mit der Angst zu. In dem Viertel breitete sich nach und nach eine Art Schlangen-Panik aus. Eine Würgeschlange dieser Größe kann Menschen durchaus gefährlich werden. Ein direkter Angriff ist Experten zufolge zwar eher unwahrscheinlich. Die Tiere gelten gewöhnlich als scheu. Bei der Nahrungssuche könnte das exotische Wildtier aber Haustieren, Kleinkindern oder Schlafenden durchaus gefährlich werden, lautete die Befürchtung.

Rückkehr in den Schrank?

Erst vier Tage nach ihrem Verschwinden konnten Helfer das riesige Tier ausfindig machen. Nach intensiver Suche in der Umgebung und entsprechender Aufregung in der Nachbarschaft entdeckten der Halter seine Boa schließlich in der eigenen Wohnung.

Die riesige Schlange lag "zusammengerollt" in einem Winkel in einem Schrank im Hause ihres Herrchens, hieß es. Offenbar habe sie sich dort ausgeruht, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Unklar blieb, ob die Boa zuvor das Haus verlassen hatte und nach Ausflügen in die Umgebung in den Schutz der vertrauten Umgebung zurückgekehrt war - oder ob sie die gesamte Zeit im Dunkel des Schranks geblieben war.

Risikotiere im Wohngebiet

Der Halter des Tieres kann sich nun auf einiges gefasst machen: Die Behörden reagierten umgehend. Auf Anordnung der Justiz wurde Margarita in ein Reptilienhaus südlich von Buenos Aires gebracht. Ihr Besitzer wurde unterdessen auf die Polizeiwache zitiert, da er nach argentinischer Gesetzeslage gegen das Verbot der Wildtierhaltung verstoßen hatte.

Bereits im Januar hatte eine 3,5 Meter lange Pythonschlange namens Coco in der Ortschaft Pablo Podestá nordwestlich der argentinischen Hauptstadt für einigen Wirbel gesorgt -  bis sie schließlich eingefangen werden konnte. Würgeschlangen lauern ihrer Beute in der Regel auf und überwinden sie durch eine raffinierte, aber gnadenlose Technik: Beutetiere werden mit mehrenden Windungen des kräftigen Schlangenkörpers umfangen. Bei jeder Atembewegung des Opfers, zieht die Schlange die Schlingen enger. Schließlich wird die Nahrung im Ganzen verschlungen und durch kräftige Magensäuren über Tage hinweg verdaut. Heimisch sind die Tiere in den Wäldern Mittelamerikas.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP