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Rammstein treten nicht auf "Rock am Ring" 2017 geht weiter

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86.000 Menschen waren am Freitagabend bei Rock am Ring.

(Foto: imago/Manngold)

Die Befürchtung, dass es einen Terroranschlag geben könnte, war so groß, dass das gesamte Gelände von "Rock am Ring" geräumt wurde. Doch gefunden hat man trotz intensiver Suchmaßnahmen nichts. Das Festival geht weiter.

Das Festival "Rock am Ring" wird nach dem Terroralarm fortgesetzt. Um 13.30 Uhr wurde das Festivalgelände wieder geöffnet. "Doors open! Ab aufs Festivalgelände: Wir rocken weiter", teilten die Veranstalter auf ihrer Facebook-Seite mit. Zuvor hatten sie angekündigt: "Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet." Auch die Polizei Koblenz hatte auf Twitter mitgeteilt: "Wir freuen uns mit euch. Es geht weiter!"

Das legendäre Musikfestival war am Freitagabend unterbrochen worden, weil die Polizei konkrete Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände.

Auf einer Pressekonferenz zu den Ereignissen sagte der Polizeipräsident von Koblenz, Wolfgang Fromm, man habe Hinweise gehabt, dass mindestens eine Person nichtdeutscher Herkunft mit Verbindungen zum islamistisch geprägten Terrorismus Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen des Festivals gehabt habe. Außerdem habe es Unstimmigkeiten bei Ausweispapieren gegeben. Deshalb habe man sich in Abstimmung mit dem Landesinnenministerium entschieden, das Festival zu unterbrechen. Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz betonte, man habe eine dringende Gefahr für die Festival-Besucher nicht ausschließen können.

Rammstein-Auftritt fällt aus

Drei Personen wurden den Polizeiangaben zufolge vorläufig festgenommen. Sie werden den Ermittlern zufolge der hessischen Salafistenszene zugerechnet. Gegen die drei Verdächtigen leitete die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungsverfahren wegen der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens ein. Die Personen befänden sich inzwischen zwar wieder auf freiem Fuß, es werde jedoch weiter ermittelt.Inzwischen habe sich die Verdachtslage deutlich relativiert. Die Polizei hatte bei ihren Durchsuchungen auf dem Festivalgelände in der Eifel keine verdächtigen Gegenstände gefunden.

Mark Lieberberg lobte in der Pressekonferenz "das unglaubliche Verhalten der Fans", die am Freitagabend ruhig und vernünftig innerhalb einer Viertelstunde das Gelände verlassen hatten. "Wir haben hier auch ein Zeichen für unsere Kultur gesetzt, für unsere Zivilisation", sagte er.

Lieberberg verwies darauf, dass man sich an den Plan für den zweiten Festivaltag halten wolle. Eine Enttäuschung für Rammstein-Fans: Aus organisatorischen Gründen wird der ursprünglich für Freitag geplante Auftritt der Band nicht nachgeholt. "Wir wissen, dass sich viele Fans auf das Konzert gefreut haben, die nun enttäuscht sind! Auch wir hätten gern gespielt", schreiben die Musiker bei Facebook. Und bei Twitter heißt es: "Leider ist es entgegen anderslautender Gerüchte aufgrund der Festival-Abläufe nicht möglich, die Show bei Rock am Ring heute nachzuholen."

Nach Angaben des n-tv-Reporters vor Ort hatten die Festivalbesucher später die Nachrichten im Live-Stream verfolgt und gefeiert, als bekannt wurde, dass die Veranstaltung fortgesetzt werden kann. Für die Sicherheit dort ist ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz: 1240 Polizisten wurden an den Nürburgring geschickt.

Quelle: n-tv.de, sba

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