Panorama

Covid-19-Angst außerhalb Chinas Rom meldet Toten, Seoul rasanten Anstieg

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In Venetien gibt es aktuell zwei Infektionsfälle, in der benachbarten Lombardei 15.

(Foto: dpa)

In Norditalien grassiert das Coronavirus: Die Gesundheitsbehörden der Region Venetien melden das erste europäische Todesopfer und verhängen strenge Vorsichtsmaßnahmen. In Südkorea explodiert derweil die Zahl der Infizierten. Auch in China bleibt die Lage "düster und kompliziert".

In Italien ist der erste Europäer an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bei dem Opfer handele es sich um einen 78-jährigen Italiener, sagt Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza. Gleichzeitig reagierte die Weltgesundheitsorganisation WHO alarmiert auf neue Infektionsherde des Virus außerhalb Chinas: Südkorea meldet einen rasanten Anstieg der tödlichen Lungenkrankheit.

Der verstorbene Italiener ist dem italienischen Gesundheitsminister zufolge wegen einer anderen Krankheit vor etwa zehn Tagen in einem Krankenhaus in der Region Venetien im Norden Italiens behandelt worden, bevor er positiv auf das Virus getestet wurde. In Venetien waren zuvor zwei Infektionsfälle von örtlichen Behörden bestätigt worden, in der benachbarten Lombardei 15 Fälle.

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Im italienischen Codogno tragen Mitarbeiter des örtlichen Krankenhauses tragen Kisten in die Klinik.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Viruserkrankung haben die Behörden am Freitag in mindestens zehn norditalienischen Städten angeordnet, dass Schulen, Behörden und sonstigen öffentliche Gebäuden vorerst geschlossen bleiben. Das gilt in den betroffenen Orten für mindestens eine Woche auch für Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren. Betroffen seien rund 50.000 Menschen.

Neue Infektionsherde außerhalb Chinas

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte gleichzeitig davor, dass sich das "Zeitfenster" zur Eindämmung der Epidemie schließe. Zuvor waren neue Infektionsherde sowohl aus China als auch aus mehreren anderen Ländern gemeldet worden. So starben im Iran bereits vier Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

"Wir sind immer noch in einer Phase, in der die Eindämmung möglich ist", sagte Tedros. "Aber das Zeitfenster schließt sich immer mehr." Wenn die Welt jetzt nicht "hart" gegen das Virus vorgehe, werde sie vor einem "schwerwiegenden Problem" stehen.

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Mitarbeiter einer Reinigungsfirma desinfizieren einen Ableger der Shincheonji Church of Jesus in der südkoreanischen Stadt Daegue.

(Foto: REUTERS)

Besonders besorgniserregend ist die Lage in Südkorea, wo die Zahl der Neuinfizierten sprunghaft anstieg: Die südkoreanischen Behörden melden derzeit 346 Erkrankungsfälle - das sind 142 mehr als am Freitag und die zweithöchsten außerhalb Chinas. Ausgangspunkt ist demnach eine 61-jährige Anhängerin der christlichen Sekte "Shincheonji Church of Jesus". Sie hatte zunächst einen Virustest verweigert und war trotz der Erkrankung weiter zu Gottesdiensten in der Stadt Daegu gegangen.

Lage "düster und kompliziert"

Auch von dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", das vor der japanischen Küste liegt, könnte sich das Virus weiter ausbreiten. Nachdem am Mittwoch rund 500 Passagiere das Schiff nach zweiwöchiger Quarantäne verlassen durften, erwiesen sich mehrere der ursprünglich negativ getesteten Ex-Passagiere als infiziert. Sechs deutsche Passagiere wurden am Freitag an Bord einer italienischen Maschine aus Japan ausgeflogen, wie das Auswärtige Amt auf Twitter mitteilte.

Aus China, dem Epizentrum des Virusausbruchs, meldeten die Behörden am Samstag hingegen erneut sinkende Ansteckungszahlen und Todesfälle: 109 Menschen starben demnach seit Freitag an dem Virus, was die Zahl der Todesopfer auf über 2300 steigen lässt. Insgesamt sollen den Behörden zufolge nun rund 76.000 Menschen mit dem Virus infiziert sein.

Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einer Politbüro-Sitzung, der Höhepunkt der Epidemie sei "noch nicht gekommen", vor allem die Lage in der Provinz Hubei sei weiterhin "düster und kompliziert". In Hubei war im Dezember der Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19 erstmals bei Menschen festgestellt worden.

In etwa 25 weiteren Ländern, darunter Deutschland, wurden insgesamt rund 1100 Infektionen nachgewiesen. 14 Infizierte starben bislang.

Quelle: ntv.de, mba/chr/AFP