Panorama

Schwarmbeben im VogtlandSachsen registriert "deutlich spürbare" Erdbeben

02.01.2026, 20:50 Uhr
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Eine Mitarbeiterin der TU Bergakademie Freiberg untersucht im Datenzentrum Sachsennetz die seismischen Aktivitäten, die von der Erdbebenmessstation Eibenstock aufgezeichnet wurden. (Foto: picture alliance/dpa)

Unter dem sächsischen Vogtland und dem tschechischen Nordböhmen schlummern zwei aktive tektonische Störungszonen. Am Neujahrstag verursachen sie mehrere "deutlich spürbare" Erdbeben. Es sind die stärksten Erdstöße seit Jahren.

In Sachsen hat es erneut eine Serie von Erdbeben gegeben. Die Erdstöße im Vogtland im Südwesten des Bundeslands hätten eine Stärke von mehr als drei auf der Richterskala erreicht und seien "deutlich spürbar" gewesen, teilte das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden mit. Schäden seien nicht zu erwarten.

Nach Angaben des Landesamts wurden in einer ersten Auswertung fünf Erdbeben bestätigt. Das stärkste ereignete sich am Neujahrstag um 18.04 Uhr und hatte eine Stärke von 3,2. Ein weiterer Erdstoß erreichte kurz zuvor um 17.38 Uhr eine Stärke von 3,1. Es handelte sich damit um die stärksten Beben in Sachsen seit Jahren. Werte von mehr als 3,2 auf der Richterskala waren in der Region zuletzt im Jahr 2018 erreicht worden.

Die jüngsten Beben gehören der Behörde zufolge zu einem sogenannten Schwarmbeben, das seit etwa eineinhalb Monaten im Grenzgebiet zwischen dem Vogtland und dem tschechischen Nordböhmen aktiv ist. Die Gegend ist dafür bekannt. Der Erdbebenherd lag siebeneinhalb Kilometer unter der Oberfläche im Bereich der Stadt Luby in Tschechien. Spürbar bebte die Erde demnach bereits rund um den Nikolaustag am 6. Dezember.

Tektonische Störungszonen

Bei Schwarmbeben verursacht ein einzelner Herd den Angaben nach in dichter Folge viele Erdstöße. Die letzten größeren Schwarmbeben wurden in der Region 2014 und 2018 registriert, kleinere Schwärme auch Ende 2021.

Verantwortlich für die Beben sind zwei sogenannte aktive tektonische Störungszonen, die sich unter der Region kreuzen. Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt unterhalten ein gemeinsames Überwachungsnetz. Vor allem das Vogtland ist dabei für Erdstöße bekannt. Störungszonen dieser Art gibt es auch anderswo in Deutschland, etwa am Oberrheingraben.

Das bisher gemessene stärkste Beben in Sachsen ereignete sich laut Behörden im Winter 1985/86 mit einer Stärke von 4,6. Verheerende Beben sind nicht zu erwarten. Sie entstehen typischerweise entlang der seismisch hochaktiven Grenzen zwischen Kontinentalplatten. Es soll in der Vergangenheit etwa in Sachsen-Anhalt allerdings laut früheren Aufzeichnungen auch schon zu Gebäudeschäden gekommen sein.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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