Panorama

Santapaola saß 30 Jahre in HaftBerüchtigter Mafia-Boss in Mailand gestorben

03.03.2026, 04:47 Uhr
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Nitto Santapaola 1995 im Gefängnis. (Foto: picture alliance / ipa-agency)

Einer der führenden Bosse der Cosa Nostra ist in Mailand gestorben. Nach elf Jahren auf der Flucht lebte Nitto Santapaola mehr als 30 Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis. Er war Drahtzieher der Morde an den beiden Anti-Mafia-Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino.

Einer der berüchtigtsten Mafiabosse Italiens ist nach mehr als 30 Jahren Haft im Gefängnis gestorben. Benedetto "Nitto" Santapaola starb im Alter von 87 Jahren in einer Haftanstalt in Mailand, wie italienische Medien übereinstimmend meldeten. Er galt bis zu seiner Inhaftierung 1993 als Nummer zwei der sizilianischen Cosa Nostra. Santapaola war für seine Skrupellosigkeit bekannt, daher auch sein Spitzname "Il Cacciatore" (zu Deutsch: der Jäger).

Er war ein enger Verbündeter der Nummer eins der sizilianischen Mafia, Salvatore "Totò" Riina, der 2017 nach 20 Jahren im Gefängnis an Krebs starb. Santapaola zählte in den 1980er Jahren zu den prägenden Figuren der Cosa Nostra. Damals herrschte ein blutiger interner Machtkampf innerhalb der Cosa Nostra, bei dem Riina und seine Verbündeten hunderte Rivalen oft mitsamt ihren Familien ermordeten. Ermittler stuften Santapaola als einen ihrer strategischen Köpfe ein. Er war zudem einer der Auftraggeber der Morde an den beiden bekannten Anti-Mafia-Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino im Jahr 1992.

30 Jahre unter extrem strengen Bedingungen in Haft

1993 wurde er nach elf Jahren auf der Flucht festgenommen. Seine Festnahme damals galt als spektakulär: Eine Sondereinheit überraschte Santapaola schlafend in einem Bauernhaus in der kleinen Gemeinde Mazzarrone in der Nähe von Catania, in der er vor allem agierte. Der Mafioso leistete damals keinerlei Gegenwehr, obwohl ein Revolver neben seinem Bett lag.

Santapaola verbüßte seit der Festnahme in einem Hochsicherheitsgefängnis in der norditalienischen Metropole Mailand mehrere lebenslange Haftstrafen wegen Mordes und anderer Verbrechen unter extrem strengen Haftbedingungen. Diese sieht Italien vor allem für gefährliche Mafiabosse und Terroristen vor. Sie sind als "41bis" - benannt nach dem Paragrafen des Strafvollzugsgesetzes - bekannt. In jenem Gefängnis starb Santapaola nun.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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