Panorama

Klimaaktivistin noch auf See Schafft es Thunberg rechtzeitig nach Madrid?

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Nach einer langen Nordamerika-Rundreise machte sich Thunberg auf den Rückweg - mit Kurs auf Südeuropa.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aktivistin Greta Thunberg segelt gerade über den Atlantik in Richtung Europa, um rechtzeitig zur großen Klimakonferenz in Madrid anzukommen. Doch wird sie es auch schaffen? Noch ist sie unterwegs, doch die Schwedin gibt sich optimistisch - und wirbt auch auf See für ihre Botschaft.

Greta Thunberg segelt mit voller Kraft in Richtung Europa und wird voraussichtlich am Dienstagmorgen Lissabon erreichen, bevor sie dann weiter zur Klimakonferenz nach Madrid fährt. Thunberg war am 13. November in den USA losgesegelt, um rechtzeitig zur Versammlung nach Europa zu reisen. Wie schon auf ihrer Hinreise nach New York verzichtete sie auch diesmal auf das Fliegen, um das Klima zu schonen. Auf Twitter hielt sie ihre Community auf dem Laufenden: "Wir sind auf dem Weg in Richtung Europa! Unsere voraussichtliche Ankunftszeit in Doca de Alcantara, Lissabon, ist Dienstagmorgen. Wir freuen uns, euch alle dort zu sehen", so Thunberg. Klappt alles nach Plan, würde sie noch ausreichend Zeit haben, um zur bis zum 13. Dezember laufenden Weltklimakonferenz im 600 Kilometer entfernten Madrid weiterzureisen. Thunberg nutzt in der Regel Züge, um weite Strecken zu fahren.

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In den USA und Kanada warb die Aktivistin für eine bessere Klimapolitik. Eigentlich wollte sie von den USA in Richtung Chile reisen, wo ursprünglich die Weltklimakonferenz stattfinden sollte. Doch aufgrund von Unruhen in Chile wurde die Versammlung von Santiago de Chile kurzerhand nach Madrid verlegt. Thunberg musste deshalb umdisponieren - und fand Hilfe.

Denn das australische Seglerpaar Riley Whitelum und Elayna Carausu hatte sich vor der Rückreise auf einen Tweet der jungen Schwedin gemeldet, in dem sie nach einer Mitfahrgelegenheit nach Europa gefragt hatte. Whitelum und Carausu segeln nach eigenen Angaben auf der "Vagabonde" um die Welt. Auf ihrem Youtube Kanal "Sailing La Vagabonde" ist allerdings kein aktuelles Video von der Reise mit Thunberg zu sehen. An Bord sind auch der kleine Sohn von Whitelum und Carausu, Lenny, sowie Thunbergs Vater Svante.

Svante Thunberg war bereits im August dabei gewesen, als seine Tochter vom deutschen Segelprofi Boris Herrmann und dessen Co-Skipper Pierre Casiraghi von England aus nach New York gebracht worden war. Wegen eines Transatlantik-Rennens mit der Jacht "Malizia" fiel Herrmann diesmal als möglicher Segler an der Seite der Schwedin aus. Doch das ist für Greta Thunberg vielleicht keine so schlechte Entwicklung. Denn für sie ist die Rückreise ihres großen Transatlantik-Trips offensichtlich angenehmer, weil der Katamaran dieses Mal deutlich mehr Platz bietet als die "Malizia", die eine echte Rennjacht war. Immer wieder twitterte Thunberg vom Atlantik aus Bilder ihrer Überfahrt. Einmal ist die gesamte Crew zu sehen, ein anderes Mal liegt Greta in einer gemütlichen Koje. Für Thunberg ist die bequemere Rückreise sicherlich auch eine persönliche Erleichterung. Denn vor der Abreise erklärte sie bereits, dass sie von der vielen Reiserei in Nordamerika ziemlich erschöpft sei. Dennoch setzte sie ihren Protest auf dem Atlantik fort.

"Skolstrejk för klimatet" auch auf dem Atlantik

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Thunberg wäre nicht das bekannteste Gesicht der Klimaschutz-Bewegung, wenn sie nicht auch am vergangenen Freitag ihr berühmtes Schild "Skolstrejk för klimatet" hochgehalten hätte. Am 29. November, feierte sie auf dem Atlantik den nächsten Schulstreik, es ist die 67. Aktion von Thunberg, die mit ihrem Schild vor dem schwedischen Parlament die große Klima-Bewegung einläutete und Menschen rund um den Globus für ihr Thema sensibilisierte. Gleichzeitig demonstrierten weltwelt viele Tausend Menschen beim "Global Climate Strike", die sich mit den Zielen der Klimaaktivistin identifizieren. Alleine in Berlin gingen am vergangenen Freitag zehntausende Demonstranten beim globalen Streik für das Klima auf die Straße. Und genau darauf setzt auch die schwedische Aktivistin.

Denn Thunberg hatte schon vor der Rückreise keine große Befürchtung, zu spät in Madrid anzukommen. Schließlich seien ja noch viele andere Klimaschützer vor Ort: "Es sind unzählige andere Aktivisten da, die dort sprechen werden und dieselbe Botschaft wie ich überbringen. Und es ist nicht so, dass meine Stimme unersetzbar ist."

Quelle: n-tv.de