Panorama

Wenn der Winter im Oktober kommt "Schnee ist rekordverdächtig früh"

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In Thüringen, wie hier in Gotha, hat es bisher am meisten geschneit.

(Foto: dpa)

Es ist Mitte Oktober, doch in weiten Teilen Deutschlands hält der Winter Einzug. Es schneit, regnet oder ist einfach nur trüb. Doch n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärt: Es gibt Hoffnung.

n-tv.de: Es hat geschneit - und das am 14. Oktober. Wie ungewöhnlich ist das denn?

Björn Alexander: Für die Mittelgebirge sind wir etwa zwei bis vier Wochen früher als im Durchschnitt. Da ist es zumindest ein bisschen ungewöhnlich. Aber gerade in den tieferen Lagen in den westlichen Landesteilen ist dieser Schnee außergewöhnlich bis rekordverdächtig früh.

Für welche Teile Deutschlands gilt das?

Das gilt beispielsweise für das Kölner Umland, das Ruhrgebiet, den Niederrhein oder das Münsterland. Mitte Oktober 2002 gab es zwar auch schon mal ein paar Flocken bis ins westdeutsche Flachland - allerdings waren die doch deutlich seltener als in diesem Jahr. Insofern ist das in der Häufigkeit wahrscheinlich sogar das erste Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - an dieser Stelle sind wir mit unseren Recherchen in der Wetterredaktion leider noch nicht ganz fertig.

Das war jetzt der Westen. Wie sieht es denn im Osten aus?

Da kommt der Schneefall bis ins Flachland natürlich auch extrem früh. Generell sind dort Flocken bis ganz herunter aber häufiger bzw. wahrscheinlicher als im Westen. Der allerfrüheste Schneefall bis in tiefere Lagen wurde beispielsweise am 03. Oktober 1998 in Berlin beobachtet. Es geht also sogar deutlich früher.

Kalt ist es aber trotzdem.

Das stimmt. Aber die Wochenmitte ist mit nasskalten 2 bis 10 Grad gleichzeitig auch der Tiefpunkt der Temperaturen. Ab jetzt wird es zögerlich etwas milder.

n-tv Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Wie kam es denn eigentlich zu diesem Wintereinbruch?

Grund Nummer eins war die kalte Luft, die aus dem Osten zu uns geströmt ist. Zweitens hat sich darin ein kleines abgeschlossenes Wettersystem gebildet. Ein sogenannter Kaltlufttropfen, in dem sich die bodennahe feuchte Kaltluft und wärmere Mittelmeerluft in höheren Luftschichten über Deutschland gemischt haben. Damit haben sich Niederschläge gebildet, die aufgrund der kalten Luft zumindest zwischenzeitlich auch bis ins Flachland als Schnee gefallen sind - besonders in den Regionen, in denen es stärkere Niederschläge gegeben hat.

Wie geht es denn in den nächsten Tagen weiter?

Am Donnerstag ist es oft trüb und zeitweise fällt Regen. Dabei steigt die Schneefallgrenze dann aber meist auf über 800 Meter Höhe an. Am nassesten wird es in einem Dreieck zwischen Niederrhein, Eifel und zentralen Mittelgebirgen, Thüringen. Ein paar Wolkenlücken mit etwas Sonne sind am ehesten an der Küste sowie in Südbaden möglich. Die Temperaturen erreichen 7 bis 12, im Bergland 4 bis 7 Grad. An der Küste weht frischer Wind aus Ost bis Nordost.

Wie sieht es in Richtung Wochenende aus?

Freitag weiterhin wenig überzeugend, weil trüb und zeit- und gebietsweise nass. Bei Höchstwerten von 4 bis 12 Grad steigt die Schneefallgrenze dabei auf über 1000 Meter.

Können wir den Regenschirm auch irgendwann wieder mal zuhause lassen?

Am Wochenende steigen abseits örtlicher Nebelfelder die Chancen auf mehr Sonne und die Schauer werden allgemein seltener. Außerdem steigen auch die Temperaturen etwas weiter an. 7 bis 14 Grad sind zwar immer noch recht wenig für die Jahreszeit. Aber es ist allemal besser als im Moment.

Gibt’s schon Trends für die nächste Woche? Wieder Winter oder doch eher goldener Oktober?

Momentan ist der goldene Oktober außerhalb von Nebel- oder Hochnebelfeldern doch wahrscheinlicher. Nach jetzigen Berechnungen dürfte der Luftdruck weiter ansteigen, die Niederschläge sind nach wie vor selten und auch die Temperaturen steigen weiter an. Verbreitet sind es dann Werte zwischen 10 und 15 Grad.

Quelle: n-tv.de