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Schnee nicht ausgeschlossenSchluss mit Wohlfühlfrühling - es wird mehr April

09.04.2026, 17:04 Uhr
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Blick-auf-die-wolkenverhangenen-Berge-in-der-Naehe-von-Riedering-in-Bayern
Wolken werden zunehmend aufziehen und vermehrt Regen bringen. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Nach den sonnigen und regional sehr warmen Frühlingstagen endet der Wohlfühlfrühling. Auf ein emotionales Hin und Her folgt zwar ein neues Hoch, die Folgen dieser Wetterlage sind teils aber nicht unbedingt schön, wie ntv-Meteorologe Paul Heger weiß.

ntv.de: Einige sind ja noch im Osterurlaub und hoffen auf eine Fortsetzung des Frühlingswetters. Du hast schlechte Nachrichten, oder?

Paul Heger: Ja, leider erwischt uns schon am Freitag ein Tief, das den Tag deutlich grauer gestaltet. Gerade von Schleswig-Holstein und Mecklenburg bis nach Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg wird es auch ziemlich nass. An der Ostflanke der Schlechtwetterzone kann sogar mal etwas Schnee dabei sein.

Schnee? Das klingt eher nach Winter als nach Frühling!

Ja, das wird örtlich ein kurzer spätwinterlicher Spuk. Mehr aber auch nicht. Wir sprechen über ein paar nasse Flocken, die in der Regel nicht liegen bleiben. Das betrifft am Freitagmorgen und -vormittag am ehesten Mecklenburg, vielleicht auch noch Ostholstein und die Prignitz und das Erzgebirge. In den Hochlagen der sächsischen Berge reicht es wohl kurz für einen weißen Anstrich.

Müssen wir das Wetter am Freitag komplett abschreiben oder wird es zum Start ins Wochenende auch noch nette Ecken geben?

In Richtung Oder und Neiße bleibt es trocken und auch die Sonne wird sich immer wieder mal zeigen. In den Gebieten mit Schneeregen bleiben wir teils bei 5 Grad hängen, weiter östlich gibt’s immerhin bis rund 10 Grad Celsius. Im Westen sind es eher 12 bis 15 Grad, im Südwesten sogar bis zu 18 Grad und es bleibt dort oft trocken. Also halb so wild.

Dürften wir auf Sonnenschein und Frühlingsgefühle am Wochenende hoffen?

Unbedingt! In der Nordosthälfte stören anfangs noch ein paar Nebel- und Hochnebelfelder, hier und da sind ein paar dichtere Schleierwolken unterwegs. Ansonsten gibt es viel Sonne bei bis zu 25 Grad – das wäre dann sogar frühsommerlich. Klar, im Nordosten bleibt es mit 10 bis 15 Grad etwas frischer und der Westen sollte den Himmel im Blick behalten.

Folgt auf den Sommerhauch am Samstag der nächste Absturz?

Leider, ja. Spätestens zum Abend ziehen von Westen die ersten Schauer auf, vielleicht gibt es sogar einzelne Gewitter. Wer grillen will, sollte vom Emsland bis nach Baden-Württemberg einen Plan B für Regen planen. Am Sonntag hängt die neue Front dann quer über Deutschland. Kommt aber nicht richtig nach Osten voran, denn von Osten hält ein neues Hoch dagegen.

Hängt die Mitte Deutschland dann länger im Regen fest?

Das kann durchaus geschehen. Die weitere Entwicklung ist noch unsicher. Klar ist: Das Tief kommt nicht weiter nach Osten voran. Ob aber bis Mittwoch die Mitte und der Westen immer wieder mit Regen zu tun haben, oder ob das Hoch an Stärke gewinnt und den Regen schon am Montag wieder nach Westen aus Deutschland drängt, ist unklar. Ab der zweiten Wochenhälfte scheint es dann überall wieder trockener zu werden.

Trocken heißt, die Frühlingssonne kehrt zurück?

Na ja, man muss die Vorfreude vielleicht noch etwas bremsen, denn diese neue Luft könnte durchaus sehr frisch sein. Nachtfröste scheinen erneut ein Thema zu werden, auch Nebel und Hochnebel wären mit dabei. Es gibt aber auch Wetterberechnungen, die es etwas milder sehen. Das wird eine spannende Nummer. Temperaturen wie jetzt mit bis zu 25 Grad sehe ich aber erst mal nicht, eher 10 bis 15, mit Glück in der Westhälfte um 20 – was natürlich alles andere als kalt ist.

Das klingt doch ganz gut. Und der Regen zwischendurch wird wahrscheinlich auch recht wichtig sein?

Sehr wichtig sogar. Der Winter war in der Gesamtbilanz zu trocken. Das ist aber die Zeit, in der sich der Wasserhaushalt im Boden in der Regel erholt. Dieses Mal nicht. Derzeit melden viele Grundwasserspiegel Niedrigwasser und die Böden in der Osthälfte befinden sich statistisch im Dürremodus. In den obersten Schichten gibt es teils noch ausreichend Wasser, die tieferen Schichten sind aber deutlich trockener als normal und gerade im äußersten Osten kommt in absehbarer Zeit auch nichts runter.

Ohne die Laune verderben zu wollen: Deutet sich da eine neue Dürrephase an?

"Dürre“ ist ein großes Wort. So weit würde ich jetzt noch nicht gehen, aber die Lage ist regional sehr angespannt. Auf den April "ollte kein zu trockener und zu warmer Mai folgen, welcher die Böden weiter austrocknen würde. Das ist aber Zukunftsmusik. Wenn wir demnächst wieder ein paar sonnige und milde Frühlingstage bekommen, dürfen wir uns darüber definitiv auch freuen.

Quelle: ntv.de

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