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Am Eisbach kommt es immer wieder zu Badeunfällen.
Am Eisbach kommt es immer wieder zu Badeunfällen.(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)
Montag, 12. Juni 2017

Todesdrama im Englischen Garten: Schon wieder ein Toter im Eisbach

Bereits zum zweiten Mal binnen zwei Wochen stirbt ein Mensch bei einem Badeunfall im Münchner Eisbach. Ein indischer Tourist wird vor den Augen seiner Familie von der Strömung mitgerissen. Zahllose Rettungsversuche scheitern.

Ein Tourist aus Neu-Delhi ist am Wochenende im Münchner Eisbach im Englischen Garten tödlich verunglückt. Er stieg nach Angaben der "tz" knapp 30 Meter unterhalb der Surferwelle ins Wasser und wurde dann von der zu starken Strömung mitgerissen. Seine Familie sah das Unglück mit an. Er schrie mehrfach um Hilfe.

Laut dem Bericht versuchten einige Augenzeugen, den verunglückten Nichtschwimmer aus dem Wasser zu ziehen, indem sie selbst in den Eisbach sprangen, allerdings bekamen sie ihn nicht zu packen. 70 Rettungskräfte waren demnach im Einsatz, doch am Ende konnten Taucher den 35-Jährigen nur noch tot bergen. Zwei Stunden nach dem Unglück wurde seine Leiche in der Nähe des Kraftwerks gefunden.

DLRG mahnt eindringlich

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schlägt nun Alarm und fordert Umsicht von den Besuchern des Englischen Gartens: "Das Wasser im Eisbach ist sehr kalt. Ein Sprung ins Wasser schlägt auf den Kreislauf. Blutgefäße ziehen sich zusammen, der Puls steigt. Das kann zur Bewusstlosigkeit und zum Beispiel bei älteren Personen zum Herzinfarkt führen", heißt es der DLRG. Die Baderegeln und Verbote müssten auf jeden Fall respektiert werden.

Die eindringliche Mahnung kommt nicht von ungefähr: Erst vor zwei Wochen starb eine 15-jährige Nichtschwimmerin, als sie gemeinsam mit drei anderen Mädchen in den Eisbach sprang. Das Mädchen wurde ebenso wie der indische Tourist von den Wassermassen weggerissen und ertrank. Schon danach ermahnte die Polizei: "Bedenken Sie, dass gerade künstlich angelegte Seen plötzlich steil abfallen und Sie dann nicht mehr stehen können und die Strömung von fließenden Gewässern schlecht eingeschätzt werden kann".

Das Problem gibt es auch in anderen Städten: Ebenfalls am Wochenende ertrank in Berlin ein 20-jähriger US-Tourist in der Spree auf der Höhe des Bodemuseums. Er war gemeinsam mit einem Freund ins Wasser gesprungen und tauchte nicht wieder auf. Rettungskräfte konnten ihn zunächst reanimieren, doch der Mann verstarb später im Krankenhaus.

Quelle: n-tv.de