Panorama

18-Jähriger kritisierte Direktor Schulträger widerspricht Abi-Redner Korn

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Korn wird im Winter ein Praktikum bei Satiriker Jan Böhmermann absolvieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf seiner Abschlussfeier erhebt der Abiturient Fiete Korn schwere Vorwürfe gegen den Schulleiter. Ein Video davon schlägt im Netz hohe Wellen. Nun meldet sich der Träger der Schule zu Wort und nimmt zu den erhobenen Vorwürfen Stellung.

Der Träger der Freien Schule Prerow in Mecklenburg-Vorpommern, die Semper Fachschulen gGmbH in Dresden, wehrt sich gegen die Vorwürfe ihres ehemaligen Schülers Fiete Korn. "Die Vorwürfe des Schülers sind unberechtigt beziehungsweise aufgebauscht", teilte das Unternehmen mit. "Die von ihm gewählte Art und Weise der öffentlichen Abrechnung ist unfair."

In seiner teils ironischen Ansprache hatte der 18-jährige Korn auf der Abiturfeier Mitte Juli in Prerow die Art und Weise kritisiert, wie die Schulleitung mit den Schülern umgehe. So sollen Schüler vom Schulleiter motiviert worden sein, Mitschüler zu überwachen. Korn hatte auch von Einschüchterungen und einer hohen Fluktuation unter den Lehrern gesprochen. Den Vorwurf der hohen Fluktuation wollte Semper nicht bestätigen.

Nach der Rede hatte der Schulleiter gegen Korn Anzeige wegen übler Nachrede erstattet. Anschließend kam das Angebot des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann für ein "ausgedehntes Redaktionspraktikum". Er werde dieses Angebot annehmen, sagte Korn. Im Winter gehe es los. Im Gespräch mit der dpa hatte der Abiturient betont: "Ich kritisiere nicht die Schule, sondern nur, wie der Direktor die Schule geführt hat." Konzept, Lehrer und Lehrer-Schüler-Schlüssel seien gut. Nach Semper-Angaben sind an der Schule 415 Schüler und 45 Lehrer.

Die Semper Fachschulen teilten weiter mit, dass für den Schulleiter seit November 2019 ein Nachfolger gesucht werde. "Dies aber allein aus Altersgründen, also unabhängig von den Vorwürfen des Schülers." Am 14. August sei eine Überprüfung beim Bildungsministerium beantragt worden. "Wir sind davon überzeugt, dass die Freie Schule Prerow eine gute Schule ist", hieß es von Semper. Aus einer persönlichen Auseinandersetzung zwischen einem Abiturienten und dem Schulleiter lasse sich nichts anderes ableiten. Das Ministerium werde als sachverständige Stelle objektiv einzuschätzen wissen, ob eine Schule regelkonform betrieben werde.

Zu dem Streit mit der Gemeinde um die Miete für das Schulobjekt teilte Semper mit, dass die Miete wegen Mängeln gemindert worden sei. Dies sei von Prerow nicht in Abrede gestellt worden. Die einbehaltene Miete sei ohne Anerkennung einer Rechtspflicht im Februar 2020 vollständig gezahlt worden. Ein nach Auffassung von Semper ungerechtfertigt geforderter Mietanteil werde jedoch zurückgefordert.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa