Panorama

Erstmals seit März Schweden meldet Tag ohne Corona-Tote

imago0098736958h.jpg

Seit dem 11. März starben knapp 4400 Corona-Infizierte in Schweden.

(Foto: imago images/TT)

Schweden zählt in Nordeuropa die meisten Covid-19-Todesfälle. Immer wieder wurde das skandinavische Land für seinen lockeren Kurs kritisiert. Jetzt meldet die Gesundheitsbehörde eine positive Nachricht.

Erstmals seit März hat es in Schweden innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde mit. Insgesamt starben in dem skandinavischen Land nach amtlichen Angaben infolge der Pandemie seit dem 11. März annähernd 4400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert.

*Datenschutz

Die relativ hohe Zahl - gemessen an zehn Millionen Einwohnern - sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen in und um die Hauptstadt Stockholm zurückzuführen, heißt es. Anders als in vielen anderen Ländern hat Schweden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden lediglich gebeten, Abstand zu halten und sich immer wieder die Hände zu waschen.

Schweden zählt aktuell 39,6 Corona-Todesfälle je 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4 pro 100.000, in Dänemark 9,7 und in Finnland 5,6. Das Land mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern liegt aber immer noch hinter anderen europäischen Ländern wie Frankreich mit 42,4 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern, das Vereinigte Königreich mit 55,5, Italien mit 54,4 oder Spanien mit 57,3 Toten. Deutschland zählt zwar insgesamt mehr als doppelt so viele Corona-Tote wie Schweden, gerechnet auf die Bevölkerung liegt das schwedische Sterbefallaufkommen aber viermal höher.

Mehr zum Thema

Der schwedische Chef-Virologe Anders Tegnell betonte, beim Vergleich von Sterberaten sei Vorsicht geboten. "In Schweden wird jeder, bei dem Covid-19 nachgewiesen wurde und der im Laufe von 30 Tagen stirbt, als Covid-19-Toter gezählt, unabhängig von der Todesursache", sagte Tegnell.

Der schwedischen Regierung war zuletzt vorgeworfen worden, durch den Verzicht auf konsequente Maßnahmen mit dem Leben ihrer Bürger zu spielen. Die Gesundheitsbehörden hatten darauf beharrt, ihr Vorgehen sei langfristig nachhaltig und drastische kurzfristige Maßnahmen nicht effektiv genug, um deren Auswirkungen auf die Gesellschaft zu rechtfertigen.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa