Panorama

Offenbar niemand verletzt Schweres Erdbeben erschüttert Griechenland

imago0114523313h.jpg

Mehrere Gebäude wurden bei dem Erdbeben schwer beschädigt.

(Foto: imago images/ANE Edition)

Der Glockenturm einer Kirche gibt komplett nach, mehrere Hauswände stürzen ein, eine Schule wird beschädigt: Ein schweres Erdbeben erschüttert das Zentrum Griechenlands. Aus Angst vor Nachbeben flüchten die Menschen ins Freie.

Bei einem schweren Erdbeben im Zentrum Griechenlands sind mehrere Gebäude beschädigt worden. Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) eine Stärke von 6,3 und ereignete sich nahe der Stadt Larissa. Aus Angst vor Nachbeben rannten viele Menschen auf die Straße. Es sei aber offenbar niemand verletzt worden, teilte die Zivilschutzbehörde mit.

Nach Angaben der Behörde wurde ein behinderter Mann aus seinem Haus im Dorf Mesochori gerettet, nachdem eine Seite des Gebäudes komplett eingestürzt war. In Damasi stürzte der Glockenturm einer Kirche ein. Außerdem wurde eine Schule durch das Erdbeben beschädigt. "Zum Glück haben die Lehrer es geschafft, die Kinder sehr schnell hinauszubringen, und es gab keine Opfer", sagte der Bürgermeister von Tyrnavos, Giannis Kokkouras, dem Fernsehsender Skai TV.

"Alles passierte sehr schnell, die Leute rannten aus den Gebäuden", sagte Chrissoula Katsiouli aus der Ortschaft Elassona nahe Larissa. Es gebe immer noch Nachbeben. Medienberichten zufolge waren die Erschütterungen des schweren Bebens auch im Zentrum und im Norden des Landes zu spüren. Das Athener Observatorium für Geodynamik teilte mit, das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,0 habe 21 Kilometer südlich der Ortschaft Elassona nahe Larissa gelegen. Die Hauptstadt Athen ist rund 350 Kilometer entfernt. Von den Nachbeben erreichte eines die Stärke 5,7. Nach Angaben der Zivilschutzbehörde ereigneten sich auch mehrere Erdrutsche. Ein Hubschrauber überfliege das Katastrophengebiet, um nach Menschen in Not Ausschau zu halten.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu rief seinen griechischen Kollegen Nikos Dendias an, um ihm die Hilfe seines Landes anzubieten. Vergangenes Jahr im Oktober hatten die beiden Länder, deren Beziehungen seit langem angespannt sind, nach einem schweren Erdbeben in der Ägäis zusammengearbeitet. Dabei waren auf der griechischen Insel Samos zwei Jugendliche gestorben. In der Türkei gab es damals 114 Todesopfer und mehr als Tausend Verletzte.

Griechenland liegt auf mehreren Verwerfungslinien, sodass Erdbeben in dem Mittelmeerland keine Seltenheit sind. Da sich die Beben aber häufig im Meer ereignen, gibt es nur selten Tote oder große Schäden.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP