Panorama

Epizentrum nahe Perugia Schweres Erdbeben erschüttert Mittelitalien

Schon wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Mittelitalien. Die Erdstöße mit einer Stärke von mindestens 6,1 bringen etliche Gebäude zum Einsturz. Die meisten Bauten waren bereits bei dem Beben am Mittwoch stark beschädigt worden.

Ein weiteres schweres Erdbeben hat Mittelitalien erschüttert. Das Beben ereignete sich gegen 7.40 Uhr, laut den Experten in etwa 10 Kilometern Tiefe. Für die Stärke gab es zunächst unterschiedliche Angaben: Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie sprach zunächst von 6,1. Die US-Erdbebenwarte USGS meldete 6,6, das Helmholtz-Zentrum in Potsdam sprach wie das Seismologische Zentrum Europa-Mittelmeer (EMSC) von 6,5. Den Koordinaten zufolge, die das EMSC veröffentlichte, lag das Zentrum nahe Castelsantangelo sul Nera. Die Gemeinde liegt etwa eineinhalb Autostunden von Perugia entfernt. Die Nachrichtenagentur Ansa verortete das Zentrum nahe den Orten Castelsantangelo, Norcia, Preci und Visso.

Darüber, ob es Verletzte oder Tote gab, ist bislang nichts b ekannt. Bislang wurden dem italienischen Zivilschutz allerdings schwerden Schäden an Gebäuden gemeldet: "Es war ein sehr starker Erdstoß", sagte der Cesare Spuri vom Zivilschutz in den Marken. "Uns wurden Einstürze in Muccia, Tolentino (...) gemeldet, wir versuchen herauszufinden, ob es Menschen unter den Trümmern gibt." In Tolentino bei Macerata konnten drei Menschen lebend aus den Trümmern geborgen werden. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Ussita, Marco Rinaldi, sagte der Nachrichtenagentur Ansa: "Es ist alles eingestürzt." In dem Ort hatten bereits die Beben von vergangenem Mittwoch starke Schäden angerichtet.

In Norcia stürzten zwei alte Kirchen ein. Nur Teile der Basilika San Benedetto aus dem 14. Jahrhundert sowie der Kathedrale Santa Maria Argentea seien stehengeblieben, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Norcia ist eine bekannte mittelalterliche Stadt in Umbrien.

Menschen in Panik

Die Erschütterungen lösten Panik aus. In den Marken liefen Menschen erschreckt auf die Straße, wie Ansa berichtete. Das Beben sei auch deutlich und lange in der Provinz Umbrien und in Städten Rom, Florenz und Ancona - vor allem in oberen Stockwerken - zu spüren gewesen. In Rom wurden vorübergehend die zentralen Metrolinien A und B in der Hauptstadt gestoppt. Es gebe technische Überprüfungen nach dem Beben, war auf der Internetseite der Verkehrsgesellschaft Atac zu lesen. Den Angaben zufolge gab es auch Verzögerungen im Zugverkehr.

Erst am Mittwochabend hatten zwei starke Erdstöße die Region erschüttert, die bereits vor zwei Monaten von einem verheerenden Beben heimgesucht worden war. ein Mann starb, allerdings an den Folgen eines Herzinfarktes. Es gab mehrere Verletzte, Tausende sind obdachlos. Seither hatte es immer wieder leichte und schwere Nachbeben gegeben.

Bei dem schweren Erdbeben Ende August kamen nach offiziellen Angaben 298 Menschen ums Leben, die meisten in dem Ort Amatrice. Die italienische Regierung schätzte die Erdbebenschäden zuletzt auf rund vier Milliarden Euro. Das Land wird häufig von Erdstößen heimgesucht, die immer wieder verheerende Folgen haben.

Quelle: ntv.de, kpi/dpa

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