Panorama

Bergung nach Vulkanausbruch Sechs Leichen auf Marineschiff gebracht

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Für die Rettungskräfte war die Aktion sehr riskant

(Foto: f6ffa5154252bb394036c4ee8bb0871a.jpg)

Es ist ein hochriskanter Einsatz für die Elitesoldaten des neuseeländischen Militärs: Nach einem Vulkanausbruch holen sie sechs Leichen von einer Insel, trotz weiterer Eruptionsgefahr. Der Druck der Angehörigen war zu groß geworden.

Vier Tage nach dem Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel White Island sind sechs Leichen geborgen worden. Sie seien auf ein Militärboot gebracht worden, teilte die Polizei mit. Zwei weitere Menschen werden noch auf der Vulkaninsel vermutet - auch sie werden den Ausbruch wohl nicht überlebt haben. Darüber hinaus starben weitere acht Menschen infolge des Ausbruchs, insgesamt also 16.

Dutzende weitere wurden verletzt. 21 von ihnen befanden sich noch in Krankenhäusern, darunter waren 16 im kritischen Zustand. Das Nationale geologische Gefahrenüberwachungssystem Geonet warnte weiter vor einer hohen Gefahr eines weiteren Ausbruchs von Neuseelands aktivstem Vulkan.

In den vergangenen Tagen hatten Angehörige der Opfer den Druck erhöht, die Toten von der Insel zu holen. Sie fürchteten, dass die sterblichen Überreste bei einer neuen Eruption für immer verschwunden sein könnten.  

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan gilt als gefährlichster des Landes. Er war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war allerdings der erste tödliche Ausbruch seit 1914 - damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

Insgesamt hatten sich zum Zeitpunkt der Eruption am Montag 47 Menschen auf der Insel in der Bay of Plenty, etwa 50 Kilometer vor der Küste der neuseeländischen Nordinsel, aufgehalten. Darunter waren vier Deutsche, die nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin Verletzungen davon trugen. Die anderen Ausflugstouristen und Reiseleiter kamen aus Australien, den USA, Großbritannien, China, Malaysia und Neuseeland.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa