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Nach Verschwinden von Maria Sieben Jahre Haft für Missbrauch gefordert

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Der Angeklagte ist heute 58 Jahre alt. Maria und ihre Mutter treten im Prozess als Nebenkläger auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Fünf Jahre lang ist die damals 13-jährige Maria mit einem Mann, den sie über das Internet kennengelernt hatte, verschwunden. Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine lange Haftstrafe und Schmerzensgeld für eine Nebenklägerin.

Nach dem gut fünfjährigen Verschwinden von Maria aus Freiburg hat die Staatsanwaltschaft für den rund 40 Jahre älteren Begleiter des Mädchens eine lange Gefängnisstrafe und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert.

Der 58-Jährige aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen habe sich der schweren Kindesentziehung schuldig gemacht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nach den Plädoyers vor dem Landgericht Freiburg. Zudem habe er das Mädchen in mehr als 100 Fällen sexuell missbraucht. Er soll dafür sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Der Mann war laut Anklage im Mai 2013 mit der damals 13-jährigen Maria aus Freiburg ins Ausland geflüchtet, ohne dass deren Eltern von dem Plan wussten oder einverstanden waren. Bei einer Verurteilung mit Sicherungsverwahrung würde er zum Schutz der Allgemeinheit nach Absitzen der Gefängnisstrafe hinter Gittern bleiben. Das Urteil will das Gericht öffentlich am 9. Juli verkünden. Die Plädoyers wurden Gerichtsangaben zufolge zum Schutz von Persönlichkeitsrechten unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. Über Details wurde daher nichts bekannt.

Der Verteidiger des Angeklagten wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Sein Mandant war im vergangenen Sommer in Italien festgenommen worden, nachdem kurz zuvor die heute 19 Jahre alte Maria nach Freiburg zurückgekehrt war. Der Mann und Maria hatten zu dem Fall vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Sie hatten sich laut Anklage über das Internet kennengelernt. Der erwachsene Mann habe sich dort dem Mädchen gegenüber anfangs als Teenager ausgegeben. Den Angaben zufolge ist der 58-Jährige nicht vorbestraft.

Erklärung: Es war "Liebe"

Der Polizei hatte er bei seiner Festnahme im vergangenen Sommer erklärt, zwischen ihm und dem Mädchen handele es sich um "Liebe". Als sie weggegangen sei, habe ihn dies zur Verzweiflung gebracht. Maria und ihre Mutter sind Nebenklägerinnen in dem Prozess, der Anfang Mai begonnen hatte.

Der Anwalt der Mutter sagte im Laufe des Prozesses, neben einer Haftstrafe für den Angeklagten gehe es auch um Schmerzensgeld für Marias Mutter. Die Frau habe durch das jahrelange Verschwinden der Tochter stark gelitten und befinde sich noch immer in psychologischer Behandlung.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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