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Deutschland zittert im AprilSind das schon die Eisheiligen?

20.04.2026, 13:05 Uhr
imageVon Björn Alexander
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Zum Wochenstart gibt es in Deutschland teils ergiebigen Regen. (Foto: picture alliance/dpa)

Nachdem der Frühsommer hier und da schon mal aufgeblitzt ist, gibt es zum Wochenanfang jetzt noch einmal Frost und Bodenfrost. Verfrühte Eisheilige oder doch nur klassisches Aprilwetter? So sind die aktuellen Trends bis in den Wonnemonat.

Die Ausgangslage: Nach Dauerregen übernimmt Hoch "Uli"

In den vergangenen Frühlingswochen war es vor allem im Osten zunächst oft viel zu trocken, bevor der Regen zuletzt mit Macht zurückkam. Ntv-Meteorologe Carlo Pfaff fasst die Lage mit Blick auf die Regensummen so zusammen: "Stand heute früh fielen bei dem ergiebigen Dauerregen im Osten unseres Landes innerhalb der letzten 24 Stunden in Potsdam 43 Liter und im brandenburgischen Walsleben sogar 71 Liter Regen pro Quadratmeter." Jetzt zieht der Regen weiter südwärts und klingt ab. Spätestens ab Dienstag übernimmt dann Hoch "Uli" mit deutlich freundlicherem Wetter.

Viel Sonne und ansteigende Temperaturen

Der Dienstag hat im Norden sowie am Hochrhein schon mal Sonne satt im Programm, bevor es am Mittwoch und Donnerstag verbreitet freundlich bis sonnig und trocken weitergeht. Gleichzeitig geht es mit den Temperaturen weiter aufwärts. Die Nächte sind zwar weiterhin frisch, teilweise auch frostig, tagsüber aber lenzt es schon ziemlich ordentlich: Am Mittwoch werden meist 15 bis 20 Grad erreicht, am Donnerstag sind im Südwesten sogar bis zu 22 Grad drin. Nur im Bergland sowie an den Küsten bleibt es noch etwas kühler.

Zweigeteilte Aussichten zum Wochenende

Von Freitag bis Sonntag wird es in der Nordhälfte schrittweise wechselhafter, windiger und kühler. Dort ziehen mehr Wolken, Schauer und frischer Wind durch, die Höchstwerte gehen auf etwa 10 bis 15 Grad zurück. Im Süden bleibt es derweil zunächst noch sonniger und wärmer: Hier sind am Samstag noch einmal angenehme 16 bis 21 Grad drin, bevor sich die kühlere Luft allmählich auch Richtung Alpenrand durchsetzt. Das heißt konkret: Im Norden eher Jacke und Schirm einplanen, im Süden stehen vorerst gute Chancen auf Frühlingssonne für Biergarten, Gartenarbeit oder Ausflug - empfindliche Pflanzen aber nachts unbedingt weiter vor Frost schützen.

Frost in Deutschland - sind das etwa schon die Eisheiligen?

Eher nicht. Die klassischen Eisheiligen stehen vom 11. bis 15. Mai im Kalender, mit "Mamertus" im Norden ab dem 11. und der "Kalten Sophie" als Abschluss am 15. Mai im Süden. Beim aktuellen Wetter handelt es sich vielmehr um die typische Bandbreite des Aprilwetters, bei dem sich sowohl Frühsommerwärme als auch Nachtfrost gern mal die Klinke in die Hand geben. In diesem April wurden in der Südhälfte bereits mehrfach Werte um 21 bis 24 Grad erreicht, gleichzeitig sorgte ein Schuss Polarluft zwischendurch für Frost und Bodenfrost.

Grundsätzlich beobachten wir dabei, dass die Hauptfrostgefahr im Mai in Zeiten des Klimawandels etwas abgenommen hat und sich eher in den April vorverlagert. Die Eisheiligen sind also nicht mehr das, was sie mal waren - ganz abgeschrieben sind sie aber nicht: Spätfröste können auch heute noch auftreten, nur seltener und oft weniger ausgeprägt.

Langfrist-Prognosen schicken uns einen Kessel Buntes

Die längerfristigen Berechnungen für die letzten Apriltage und den Mai zeigen sich noch etwas sprunghaft. Einerseits taucht in den Modellen immer wieder Hochdruck über Nordeuropa auf, andererseits spekulieren die Wettercomputer auf ein Tief oder eine Tiefdruckzone über Deutschland, die uns immer wieder Schauer und Gewitter bescheren könnte. Damit wären die letzten Apriltage vor allem in der Mitte und im Süden eher durchwachsen, während der Norden tendenziell etwas stabiler und trockener wegkommt.

Für den Mai setzen die experimentellen Trends momentan auf leicht überdurchschnittliche Temperaturen bei in Summe eher durchschnittlichen bis lokal etwas erhöhten Regenmengen - vor allem im Süden. Einige Modelle sehen Chancen auf erste Sommertage mit mehr als 25 Grad, gleichzeitig aber auch Phasen mit Schauern, Gewittern und möglichem Frühjahrsdämpfer. Insofern könnten die "echten" Eisheiligen uns zwar noch kurz besuchen, in vielen Szenarien fallen sie aber eher zahm aus - vor allem im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Kurzum: Ein typischer Frühlings-Mix mit allem zwischen kühlen Rückschlägen, lauer Frühlingsluft und ersten sommerlichen Ausreißern.

Quelle: ntv.de

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