Panorama

Kein Rennen um beste Plätze So trauern Wiesn-Fans ums Oktoberfest

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Die Zufahrt zur Theresienwiese ist durch Poller versperrt. Gefeiert wird in diesem Jahr nur in 50 Gaststätten.

(Foto: dpa)

Wenn in der bayerischen Hauptstadt das Oktoberfest startet, reißen sich die Besucher jedes Jahr schon morgens um die wenigen Plätze im Bierzelt - doch dieses Jahr ist alles anders. Wegen der Corona-Pandemie fällt das Volksfest aus. Und auf der Wiesn tummeln sich nur ein paar wenige Nostalgiker.

Die Theresienwiese in München ist am Morgen des ursprünglich geplanten Oktoberfest-Starts weitgehend leer geblieben. Während am ersten Wiesn-Samstag um 8 Uhr morgens normalerweise das Rennen um Plätze in einem der Zelte bereits weitgehend entschieden wäre, herrschte um diese Zeit weitgehende Ruhe auf dem Gelände. Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

Auf der Theresienwiese gilt am Samstag ab 9 Uhr ein Alkoholverbot, um wilde Ersatzfeiern für die ausgefallene Wiesn zu verhindern. Eine Stunde vorher nutzte noch ein kleines, teilweise in Tracht gekommenes Grüppchen auf den Treppen zur monumentalen Bavaria-Statue die Gelegenheit, um mit Maßkrügen anzustoßen. Währenddessen bildete sich bereits eine kleine Schlange vor der dortigen Corona-Teststation. Ansonsten gehörte das Gelände am Morgen vor allem Joggern und Spaziergängern.

Auf Twitter teilten bereits am Morgen die ersten Wiesn-Fans ihre Trauer über die ausgefallene Dauerparty. "In zwei Stunden wären wir schon auf dem Weg zum #Oktoberfest", schrieb ein Nutzer unter das Foto von traditionell bayerischem Schuhwerk. "Der erste Samstag, mittags in der Sonne, mit einer frischen Maß Bier und einem netten Ratsch, was für ein Lebensgefühl!"

Ein anderer teilte Eindrücke eines einsamen Anstichs im heimischen Garten - mit leerem Maßkrug. "München heute um 12 Uhr", schrieb er unter die Bilder.

Ein leerer Maßkrug steht auch im Zentrum eines weiteren Tweets, dessen Verfasser schlicht feststellt: "Heute hätte das 187. Oktoberfest begonnen. Punkt."

 

München hatte am Freitag den Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen Ersatzpartys treffen könnten und hat auch für andere bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen. Die sogenannte "WirtshausWiesn" soll dennoch in mehr als 50 Gaststätten in München stattfinden. Teilweise mit Anstich, Livemusik und Tracht.

Quelle: ntv.de, jug/dpa