Panorama

Tatverdächtiger in U-Haft Sohn soll Eltern eingemauert haben

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Die Ermittler am Fundort der Leichen - dem gemeinsamen Haus von Eltern und Sohn.

(Foto: dpa)

Im Nebenraum einer Garage finden Ermittler zwei Leichen - eingemauert. Eine Obduktion soll letzte Zweifel ausräumen, dass es sich um die Körper eines älteren Ehepaars handelt. Ihr Sohn und dessen Frau stehen unter Doppelmordverdacht.

Im Fall des getöteten und eingemauerten Ehepaares aus Schnaittach nahe Nürnberg sitzen der tatverdächtige Sohn und dessen Frau in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter habe Haftbefehl erlassen, sagte Staatsanwältin Anita Traud. Die Ermittler werfen dem 25-Jährigen und seiner 22 Jahre alten Frau gemeinschaftlichen Mord in zwei Fällen vor. Die Frau habe bestritten, an der Tötung beteiligt gewesen zu sein. Der 25-Jährige habe bisher keine Angaben gemacht.

Nach der Festnahme des jungen Paares durchsuchten die Beamten das Haus, in dem sowohl das als vermisst gemeldete Ehepaar als auch der Sohn und dessen Frau lebten. Am Montagnachmittag hatten die Ermittler die Leichen der 66 Jahre alten Frau und ihres 70-jährigen Ehemanns gefunden. Sie waren in einem Nebengebäude der Garage eingemauert. Mit Spannung werden die Ergebnisse der Obduktion und der kriminaltechnischen Untersuchungen erwartet.

Das Ehepaar war seit Mitte Dezember des vergangenen Jahres nicht mehr gesehen worden. Der Sohn hatte seine Eltern erst Ende Dezember als vermisst gemeldet. Weil er sich in seinen Aussagen immer mehr in Widersprüche verwickelt hatte, schöpfte die Polizei Verdacht. Die Beamten sind sich sicher, dass es sich bei den gefundenen Toten um die beiden Vermissten handelt.

Der Sohn hatte zuvor sogar eine Facebook-Seite eingerichtet, um vorgeblich das Verschwinden seiner Eltern aufzuklären. Dort dementierte er auch Gerüchte, am Tod der beiden beteiligt gewesen zu sein. "Ich mache mir sehr große Sorgen um meine Eltern. Keiner kann sich hineinversetzen, wie sich das anfühlt, wenn die Eltern spurlos verschwinden und keiner weiß, wo sie sind bzw. was passiert ist", schrieb er. Gleichzeitig rief er auch zu Spenden auf. Das Geld sei "für die Suche meiner Eltern im Ausland".

Das Motiv der schrecklichen Tat ist unbekannt. Weihnachten und die Hochzeit Ende Dezember feierte das junge Paar ohne die Eltern.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/AFP