Panorama

Hai-Begegnung auf Gran Canaria Spanierin von Hai gebissen

An diesen Weihnachtsurlaub wird Cristina Ojeda-Thies noch lange zurückdenken. Im Meer vor Gran Canaria hat sie eine Begegnung mit einem Hai - und trägt mehrere Bisswunden davon.

"Heute hatte ich eine Begegnung mit einem Hai - von Angesicht zu Angesicht", twittert Cristina Ojeda-Thies am ersten Weihnachtstag und postet dazu Bilder ihres Unterarms, auf dem tiefe Bissspuren zu sehen sind. "Diese Dinge passieren, wenn man im Dezember vor den Kanaren schwimmen geht", fügt sie hinzu.

Die 38-jährige Spanierin lebt in Madrid und verbrachte ihren Weihnachtsurlaub mit ihrer Familie am Playa de Arinaga in Agüimes, einem bei Tauchern beliebten Strand auf Gran Canaria. Die Hai-Attacke erfolgte nur wenige Meter vom Strand entfernt. "Ich merkte, wie etwas an meinem linken Arm zog. Zuerst habe ich nicht weiter darauf geachtet, es fühlte sich ein wenig so an, wie wenn ein Hund dich im Spiel beißt", wird Ojeda-Thies vom britischen "Telegraph" zitiert.

Als sie dann zum Strand zurückgeschwommen sei, habe sie einen zweiten Stoß am Arm gefühlt, dieses Mal stärker. "Dann spürte ich, wie mich etwas festhielt. Ich drehte mich um und sah, dass es ein Fisch war", berichtet Ojeda-Thies weiter. Mit der Handfläche versetzte sie dem Hai nach diesem Angriff einen Stoß, worauf das Tier wieder in der Tiefe verschwand. Der Fisch sei graubraun gewesen und hätte eine raue, harte Haut gehabt.

Es schmerze heftiger, wenn sie vom Fahrrad falle, berichtet die Hobby-Taucherin der Zeitung. "Aber trotzdem, es macht einem Angst. Ich war froh, dass ich in der Lage war, zu reagieren." Die Verletzungen am Arm mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben des Arztes hatte Ojeda-Thies Glück, dass keine Sehnen oder Muskeln des Unterarmes verletzt worden sind.

Experte: Seltener Einzelfall

Die kanarischen Behörden halten den Vorfall für einen seltenen Einzelfall. Fernando Frias, Präsident des Hai-Verbundes der kanarischen Inseln bezweifelt, dass "so etwas in den nächsten 50 Jahren noch einmal passieren wird. Die Leute sollten keine Angst haben". Bei dem Tier könnte es sich nach ersten Angaben von Frias um einen Seidenhai handeln, der den Unterarm für ein Beutetier hielt und aus diesem Grund mehrfach zugebissen hat.

Ojeda-Thies selbst versucht, die aus ihrer Sicht aufgebauschte Debatte um möglicherweise gefährliche Haie vor den kanarischen Inseln zu entkräften. So twitterte sie einige Tage nach dem Angriff in Richtung Medien: "Ich möchte klarstellen, dass ich nicht angegriffen, sondern lediglich heftig gebissen wurde."

Zuletzt war im Sommer 2014 ein Mann auf Teneriffa von einem Hai gebissen worden. Dieser war trotz Sperrung in der Gemeinde La Orotava an der Playa Los Patos schwimmen gegangen. Damals hatte es sich um den Biss eines ungefährlichen Engelgshais gehandelt. Der Mann war vermutlich auf das am Grund liegende Tier getreten, das sich durch den Biss verteidigen wollte.

Quelle: ntv.de, dsi