Panorama

Bundeswehr plant für Notfälle Spezialflugzeug steht für Corona-Patienten bereit

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Der A400M hat mehrere Intensivplätze an Bord.

(Foto: imago images/Henning Scheffen)

Um im Notfall schnell reagieren zu können, bereitet sich die Bundeswehr vor. Mit einem Medizinflieger sollen Corona-Patienten schnell in andere Krankenhäuser verlegt werden, sollten die Intensivstationen ihre Kapazitätsgrenzen überschreiten.

Die Intensivstationen vieler Bundesländer füllen sich mit Corona-Patienten. In Bayern und Sachsen nähert man sich bereits der Kapazitätsgrenze. Die Bundeswehr bereitet sich daher bereits auf innerdeutsche Patienten-Transporte mit einem Spezialflugzeug der Luftwaffe vor. So sollen Corona-Patienten mit einem Medizinflieger vom Typ A400M aus besonders stark betroffenen Regionen verlegt werden können. "Es gibt noch keine offiziellen Amtshilfeanträge dazu, aber wir bereiten uns darauf vor", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laufen seit einigen Tagen Planungen, die vom Bundeskanzleramt angestoßen sind und an denen neben dem Militär auch das Berliner Universitätsklinikum Charité beteiligt ist. Möglich ist, dass wie bereits im vergangenen Jahr ein Flugzeug der weißen Flotte der Luftwaffe mit sogenannten Patiententransport-Einrichtungen für die Aufgabe umgebaut wird.

Die Luftwaffe verfügt zudem über zwei Spezialflugzeuge für den Transport von Intensivpatienten - einen A310 "MedEvac" in Köln und einen A400M "MedEvac" im niedersächsischen Wunstorf. Diese werden im Moment noch für mögliche militärische Aufgaben bereitgehalten. Zudem gibt es Rettungshubschrauber des Militärs.

Hilfe aus Italien

Nachbarländern haben Deutschland bereits ihr Hilfe angeboten. Trotz steigender Corona-Zahlen habe die italienische Provinz Südtirol noch Behandlungsplätze für Corona-Intensivpatienten frei - auch aus Deutschland und Österreich. "In der aktuellen Phase haben wir noch Ressourcen", sagte Marc Kaufmann, der Covid-Einsatzleiter in der Alpenprovinz.

Die norditalienische Region Lombardei bot ebenfalls die Aufnahme von Intensivpatienten an. Die deutschen Kliniken seien in einer dramatischen Notlage, die Intensivstationen stünden kurz vor dem Kollaps, schrieb Letizia Moratti, die Vizepräsidentin der Regionalregierung und Assessorin für Gesundheit bei Facebook. Rückblickend auf die deutsche Hilfe für Italien im Frühjahr 2020 "halte ich es für angemessen und unsere Pflicht, Deutschland heute anzubieten, Patienten in unseren Krankenhäusern aufzunehmen, Einrichtungen und Intensivbehandlungen zur Verfügung zu stellen", meinte Moratti. Sie habe die Generaldirektion im Gesundheitssektor der Region bereits angewiesen, diesbezüglich aktiv zu werden.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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