Panorama

Kein Platz für "BLM" Starbucks untersagt Anti-Rassismus-Protest

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Starbucks-Mitarbeiter reagierten empört über das interne Schreiben.

(Foto: REUTERS)

Offiziell unterstützt Starbucks die "Black Lives Matter"-Bewegung. Seinen Angestellten untersagt die Kaffeehauskette jedoch, ihre Unterstützung zu zeigen. Andere Proteste sind dagegen nicht nur erlaubt, sondern werden vom Konzern sogar aktiv unterstützt.

Das Statement, das Starbucks vor wenigen Tagen anlässlich der zahlreichen "Black Lives Matter"-Proteste in die Welt schickte und noch immer prominent auf seinem Twitter-Account platziert hat, klingt vielversprechend: "Wir fühlen uns verpflichtet, aktiv zu werden, zu lernen, und unsere schwarzen Partner, Kunden und Gemeinschaften zu unterstützen." Die amerikanische Kaffeehauskette wolle "Teil einer Veränderung sein", um Rassismus zu bekämpfen und rassistische Vorurteile und Verhaltensweisen beseitigen. Und trotzdem untersagt der weltweit agierende Konzern seinen Mitarbeitern ausdrücklich, mit T-Shirts, Ansteckern oder anderen Accessoires ihre Unterstützung für "Black Lives Matter" (BLM) zu zeigen.

Wie "Buzzfeed News" berichtet, fragten Filialleiter beim Starbucks-Management an, ob Solidaritätsbekundungen zu den Anti-Rassismus-Protesten gewünscht seien. Wie mehrere Mitarbeiter im Gespräch mit dem US-Medium erklärten, seien in der Vergangenheit etwa bei Protesten für die Rechte von LGBTQ oder für die Gleichbehandlung der Ehe für alle sogar Anstecker und Kleidung von Starbucks selbst an seine Angestellten ausgegeben worden.

Für "Black Lives Matter" gilt das nicht: Stattdessen erinnerte Starbucks an den Dresscode, der politische, religiöse oder sonstige persönliche Bekenntnisse untersage. Zing Shaw, Vizepräsident für Inklusion und Diversität, fürchte "Unruhestifter", die die Ziele des Anti-Rassismus-Protests bewusst falsch auslegen und "die Spaltung verstärken" könnten. Der Konzern bestätigte "Buzzfeed News" die Echtheit des Schreibens.

"Dann holen wir die Beamten eben dazu"

Mitarbeiter zeigten sich schockiert über die Aussagen des Managements. Calvin Bensen, ein 22-jähriger Barista aus Atlanta, sagte dem Medium, die Reaktion sei "so enttäuschend, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Das Statement bevorzugt das Unwohlsein einzelner Personen gegenüber dem Leben von Schwarzen." Bensen überlegte gar, ob er überhaupt noch zur Arbeit kommen solle, wenn "die Farbe meiner Haut bei Starbucks Gewalt auslöst", und: "Starbucks macht sich mitschuldig."

Ein Sprecher erklärte dem Bericht zufolge, der Konzern fühle sich verpflichtet, "systemischen Rassismus" zu beseitigen, der Dresscode aber bleibe, denn er sei wichtig, "um eine sichere und einladende" Atmosphäre zu schaffen. Starbucks kündigte zudem an, eine Million Dollar an Anti-Rassismus-Projekte zu spenden.

Doch vielen Angestellten reicht das nicht, sie bezeichnen das Handeln ihres Arbeitgebers als "oberflächlich". Ein Angestellter sagte "Buzzfeed News": "Es steht sowieso an den meisten Tagen jemand von der Polizei in der Nähe unserer Filiale. Wenn sich wirklich jemand von einem 'Black Lives Matter'-Anstecker gestört fühlt, holen wir die Beamten eben dazu."

Quelle: ntv.de, tsi