Ungewöhnlich, aber verkuscheltSterbende Besitzerin empfiehlt ihre Katze
Im Sommer füllen sich die Tierheime mit Hunden und Katzen, deren Besitzer ihre vierbeinigen Familienmitglieder im Urlaub dann doch eher lästig finden. Doch längst nicht jedes Tier, das vermittelt werden soll, hat eine so unrühmliche Geschichte. Das beweist Katze Susie.
Susie ist eine fünfjährige rotgetigerte Hauskatze. Im Tierheim von Montgomery im US-Bundesstaat Maryland wartet sie auf einen neuen Besitzer. Unter all den abgegebenen Tieren ist Susie dennoch eine Ausnahme. Denn wer auch immer die Katze am Ende mitnimmt, wird einen Brief von ihrer Vorbesitzerin dazubekommen. Und der ist wirklich bewegend.
Als die ältere Dame zu krank wurde, um sich selbst um ihre Katze zu kümmern, gab sie sie an ihren Sohn weiter. Doch der konnte das Tier nicht behalten. Tierheim-Mitarbeiterin Katherin Zenzano erzählte dem US-Sender ABC: "Wir nehmen an, dass seine Mutter wusste, dass das passieren würde, weil sie diesen Brief an die Person schrieb, die Susie nehmen würde."
Über diesen Brief hatte sich Susies Besitzerin offenbar lange Gedanken gemacht. Am Ende schrieb sie in ein wenig zittrigen Druckbuchstaben zwei Seiten darüber, wie Susie zu ihr kam, welches Leben sie zusammen geführt haben und was man sonst zu der Katzendame, die offenbar viel mehr als ein Haustier war, noch wissen sollte.
Ängstliches Novemberkätzchen
Zu Beginn bedankt sie sich dafür, dass der unbekannte Fremde "ihre Freundin Susie" adoptiert. Die Katze sei eine von dreien in einem Wurf gewesen. Ihr Geburtstag müsse rund um den 15. November 2010 gewesen sein. Bei ihr sei die Katze am 1. Dezember 2010 eingezogen. Sie habe Susie zunächst nicht rausgelassen, bis sie sicher gewesen sei, dass sie wusste, wo ihr neues Zuhause ist. Und tatsächlich verschwand die Katze für ganze vier Tage, nachdem sie schließlich hinausdurfte. Ein besonders schweres Gewitter trieb Susie dann doch wieder heim.
Die heftigen Donnerschläge hatten jedoch ihre Spuren hinterlassen. "Sie wurde eine Wohnungskatze. Susie hat Angst vor jedem und allem." Es habe fast acht Monate gebraucht, bis die Katze verstanden habe, dass sie ihr Freund sei. Sie habe auch immer wieder versucht, Susie davon zu überzeugen, nach draußen zu gehen. Aber da sie selbst ihre Veranda nicht mehr habe verlassen können, sei auch Susie nicht über die Veranda hinausgekommen. Sie sei jedoch sicher, dass Susie ihr bei einem Spaziergang gefolgt wäre. Die Katze könne sich sicher auch mit Hunden anfreunden, schreibt ihre frühere Besitzerin, die inzwischen gestorben ist.
"Susie ist ungewöhnlich, aber ich genieße ihre Gesellschaft. Sie ist sehr verkuschelt, aber sie mag es, der Chef zu sein. Sie genießt es, gestreichelt zu werden. Ich hoffe, Sie erfreuen sich an Susie, so sehr wie ich." Wer auch immer Susie am Ende aufnimmt, wird jedenfalls nicht eine Sekunde glauben, dass diese Katze aus Herzlosigkeit abgegeben wurde.