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Urteil aufgehoben Steuerprozess gegen Ex-Agent Mauss startet von vorn

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Werner Mauss im Landgericht Bochum.

(Foto: picture alliance / Marcel Kusch/)

Für die Bundesregierung ist Werner Mauss viele Jahre in geheimer Mission unterwegs. Nach seiner aktiven Zeit wird der Privatagent wegen Steuerbetrugs verurteilt. Doch nun hat der Bundesgerichtshof das Urteil kassiert. Das Verfahren muss neu starten.

Der Prozess wegen Steuerhinterziehung gegen den legendären Ex-Geheimagenten Werner Mauss muss komplett neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Verurteilung des 78-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung mit sämtlichen Feststellungen auf. Die Entscheidung weise in einem zentralen Punkt Widersprüche auf, sagte der Vorsitzende Richter Rolf Raum in Karlsruhe. Das Landgericht Bochum muss den Fall nun vor einer anderen Strafkammer von vorn verhandeln.

Mauss steht vor Gericht, weil er aus einem für seine Missionen eingerichteten millionenschweren Treuhandfonds auch Wertpapiergeschäfte finanzierte. Die Erträge von mehr als 35 Millionen Euro verschwieg er dem Finanzamt, obwohl das mehrfach zwischen Stiftungen und Konten hin und her transferierte Geld aus dem Fonds laut dem Bochumer Urteil von 2017 nach und nach sein Privatvermögen geworden war.

Der BGH beanstandet nun, dass nicht klar ist, ob Mauss seine Steuerpflicht bewusst war. Wenn nicht, könnte der Prozess für ihn mit einem Freispruch enden. Falls doch, erscheint fraglich, ob er noch einmal auf Bewährung davonkommt.

Mauss war als Privatagent auch für die Bundesregierung in geheimer Mission unterwegs und hatte bei weltweiten Einsätzen mit Geiselnehmern, Drogenkartellen und Terroristen zu tun. So soll er unter anderem 1976 an der Wiederbeschaffung des gestohlenen Kölner Domschatzes in Belgrad mitgewirkt haben, ebenso im selben Jahr an der Festnahme des RAF-Terroristen Ralf Pohle in Athen.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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