Panorama

Manhattan im Dunkeln Stromausfall trifft New York

In der Millionenmetropole New York City sind am Abend plötzlich die Lichter aus: Teile der West Side Manhattans gehen unfreiwillig vom Netz. In Hochhäusern und im Untergrund bleiben Aufzüge und Rolltreppen stehen. Broadway-Künstler verlegen ihre Shows nach draußen, ehe der Blackout wieder behoben ist.

Ein mehrstündiger Stromausfall hat am frühen Samstagabend (Ortszeit) die US-Metropole New York erfasst. Mehr als 70.000 Menschen in Midtown Manhattan und der Upper West Side waren betroffen. Da sich am Wochenende viele Touristen in der Stadt aufhalten, dürfte die Zahl der Betroffenen deutlich höher liegen. Der lokale Versorger Con Edison bestätigte "erhebliche Stromausfälle".

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Der Stromausfall traf insbesondere auch die bei New-York-Besuchern besonders beliebten Attraktionen wie etwa den Times Square, den Broadway und das Rockefeller Center. Die Störung wurde gegen Mitternacht behoben, wie Bürgermeister Bill de Blasio und der städtische Notdienst twitterten.

Was genau den Blackout auslöste, ist noch unklar. Bei der New Yorker Feuerwehr hieß es, dass möglicherweise ein Brand eines unterirdischen Transformators den Blackout verursacht haben könnte. De Blasio sprach von einem "mechanischen Problem" im Stromnetz, der den Blackout ausgelöst habe. Der Ausfall sei nicht auf Fremdeinwirkung zurückzuführen, twitterte er. "Das scheint etwas zu sein, das einfach bei der Stromverteilung von einem Stadtteil zum anderen schiefgelaufen ist", sagte er dem Sender CNN. Das Problem könne sicherlich in einer "angemessenen Zeitspanne" gelöst werden.

Farbloser Times Square

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Die Probleme, die sich aus dem lokal begrenzten Zusammenbruch der Energieversorgung ergaben, waren vor Ort sofort zu sehen: Aufzüge und Rolltreppen standen still, Ampeln fielen aus, in Krankenhäusern und Banken sprangen dieselbetriebene Notstromaggregate an. Am weltberühmten Times Square blieben im Licht der Abendsonne zahlreiche elektronische Werbetafeln zunächst komplett schwarz. Mit der einsetzenden Dämmerung wurde deutlich, welche Teile der Innenstadt vorerst ohne elektrische Beleuchtung auskommen mussten.

An einigen U-Bahn-Stationen wurde der Betrieb vorübergehend komplett eingestellt werden, wie örtliche Medien berichteten. Die New Yorker Nahverkehrsbehörde MTA rief dazu auf, die unterirdischen U-Bahnstationen in Manhattan zu meiden.

Da in dem betroffenen Gebiet auch die Ampeln nicht funktionieren, riet die New Yorker Polizei Autofahrern, Midtown Manhattan wenn möglich zu umfahren. Das Gebiet wurde für den Autoverkehr gesperrt. Nach Angaben der Feuerwehr erstreckt sich der betroffene Bereich von der Fifth Avenue bis zum Hudson. Zahlreiche Notrufe gingen ein, bei denen es nach Angaben der Einsatzkräfte vornehmlich um steckengebliebene Aufzüge ging.

Spontane Shows auf der Straße

Der Stromausfall durchkreuzte am Samstagabend die Pläne von Zehntausenden Pendlern und Theaterbesuchern. Eine ganze Reihe an Broadway-Bühnen blieb geschlossen. Auch im Rockefeller Center fiel der Strom aus, vielfach saßen Kinobesucher plötzlich komplett im Dunkeln. Mit Taschenlampen und dem Licht ihrer Smartphones geleiteten Angestellte Besucher ins Freie.

Dutzende Shows am Broadway mussten abgesagt werden, mehrere Künstler boten spontane Auftritte auf dem Gehweg vor dem Eingang. Ein Konzert in der Carnegie Hall wurde abgebrochen, der Saal wurde geräumt, später setzten die Sänger ihre Darbietung vor dem Gebäude fort. Viele Geschäfte schlossen nach Medienberichten früher als sonst. Andere wiederum, wie Bars und Restaurants, hielten den Betrieb trotz Dunkelheit aufrecht.

42 Jahre nach dem Blackout von 1977

Probleme mit dem Stromnetz sind in den USA zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich, aber keineswegs unbekannt. Der letzte größere Stromausfall in New York liegt allerdings bereits gut 16 Jahre zurück. Damals brach am am 14. August 2003 das gesamte Stromnetz im Nordosten der USA zusammen. Die bevölkerungsreichste Metropole des Landes lag über Stunden hinweg komplett im Dunkeln.

Auf den Tag genau vor 42 Jahren waren bei einem auf das Stadtgebiet von New York City beschränkten Stromausfall Unruhen und Brände ausgebrochen. Der Stromausfall damals und heute fiel zufällig auch mit einem jener Tage zusammen, an denen in den Straßenschluchten der Stadt ein besonderes New Yorker Himmelsschauspiel beobachtet werden kann.

Zweimal im Jahr steht die Sonne am Abend so am Horizont, dass ihre Strahlen exakt quer durch das rechtwinklige Straßennetz Manhattans leuchten. Dieses als "Manhattanhenge" bekannte Phänomen wiederholt sich Ende Mai und Mitte Juli jeweils rund drei Wochen vor beziehungsweise nach der Sommersonnenwende.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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