Panorama

13 Tote, große Schäden Sturmtief "Gloria" wütet seit Tagen in Spanien

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Malaga wurde von einem heftigen Hagelsturm getroffen.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Regen und Hochwasser, Schnee und Hagelstürme: Seit Tagen hält Sturmtief "Gloria" Teile von Spanien in Atem. Etliche Flüsse treten über ihre Ufer, Brücken und Straßen werden zerstört. Im Seebad Tossa de Mar steht der Meeresschaum hüfthoch. Die Zahl der Todesopfer steigt weiter.

Das Sturmtief "Gloria" hat in Spanien mindestens 13 Menschen das Leben gekostet und große Schäden hinterlassen. Seit dem Wochenende tobte die Kaltfront mit heftigen Winden, riesigen Wellen und viel Regen und Schnee vor allem im Osten und Nordosten des Landes. Zahlreiche Flüsse und Bäche - speziell in der Region Katalonien - führten weiterhin Hochwasser, teilweise kam es zu starken Überschwemmungen. Mehrere Menschen wurden von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Die Zeitung "ABC" sprach von einer "absoluten Katastrophe".

Obwohl sich das Wetter in den meisten Landesteilen inzwischen beruhigte, war die Lage vor allem in Girona knapp hundert Kilometer nordöstlich der katalanischen Hauptstadt Barcelona noch angespannt. Dort wurden unzählige Straßen unter Wasser gesetzt, weil der Fluss Ter über die Ufer trat. Zudem gab es große Probleme mit dem Trinkwasser. Aufgrund eines vom Unwetter verursachten Defekts seien mehrere Stadtgebiete ohne jede Versorgung, sagte Bürgermeisterin Marta Madrenas. Man werde erstmals nach langer Zeit auf die Reserven zurückgreifen.

Die Wassermassen zerstörten mehrere Brücken, Straßen waren zeitweise gesperrt. Für viele Schüler fiel der Unterricht aus. Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist bisher unklar. Regierungschef Pedro Sánchez sagte auf Mallorca bei einem Besuch des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Badeortes Cala Rajada im Nordosten der Insel, es werde schnelle Hilfe für alle Betroffenen geben. "Wir werden keine Mittel scheuen", sagte Sánchez, der sich zuvor auch in Katalonien selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörungen gemacht hatte. Er sei ob der Verwüstung "erschüttert."

Hagel, Erdrutsch, Meeresschaum

Die Zahl der Todesopfer stieg derweil von 9 auf 13. Die vier hinzugekommenen Toten wurden alle in Katalonien geborgen. Ein Angler sei in der Küstengemeinde Calafat von einer Riesenwelle überrascht und in den Tod gerissen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. In den Gemeinden Cabacés und Jorba wurden die Leichen von zwei Männern entdeckt, deren Fahrzeuge vermutlich von den Wassermassen mitgerissen worden waren.

Am Strand von El Prat de Llobregat bei Barcelona wurde eine vermutlich ertrunkene Frau tot aufgefunden. Noch mindestens drei Menschen wurden in Barcelona vermisst. Auf Mallorca gab es ebenfalls mindestens drei Vermisste, auf Ibiza zwei, darunter einen jungen Briten.

Aus Málaga meldete der spanische Wetterdienst einen massiven Hagelsturm. In den Straßen der andalusischen Stadt lag eine Schicht weißer Hagelkörner. In Alcañiz in der Provinz Teruel mussten Dutzende Menschen wegen eines Erdrutsches ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Auch in Tordera bei Barcelona wurden zahlreiche Wohnhäuser wegen Überflutungsgefahr evakuiert. Ein ungewohntes Bild bot sich wegen "Gloria" im Seebad Tossa de Mar und anderen Gemeinden an der Costa Brava: Dort stand Meeresschaum meterhoch in den Straßen, weil der Ozean vom Sturm so heftig aufgewirbelt worden war. Der Schaum bedeckte auch die Hausfassaden.

Quelle: ntv.de, mli/dpa