Panorama

Wasserstände steigen Sturmtief sorgt für Hochwasser an Ostsee

Der Herbst ist angekommen - auch an der Ostsee. Das Sturmtief "Gisela" bringt dort das erste größere Hochwasser der Saison. Straßen und Strände sind überflutet, die Fähren stellen teils den Verkehr ein. Zahlreiche Touristen betrachten das Naturspektakel.

Das Sturmtief "Gisela" hat die Wasserstände an der Ostsee deutlich steigen lassen. Unfälle mit Verletzten und größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte das Hochwasser am Mittwochabend seinen Höhepunkt. Es brachte Wasserstände von einem Meter bis knapp 1,40 Meter über Normal, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm von der Wetterstation auf Hiddensee.

136441006.jpg

Leicht überflutete Straßen in Wismar. Die Sturmflut hat das Wasser in den Hafen gedrückt.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Schleswig-Holstein stieg das Hochwasser der Trave in Lübeck und im Stadtteil Travemünde bis zum Abend auf rund 6,26 Meter. Dadurch wurden der Straßenzug Obertrave in der Lübecker Altstadt und Teile der Promenade in Travemünde überflutet. Der normale Wasserstand liegt laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bei fünf Metern. Kreibohm sagte, lediglich im Stettiner Haff werde der Pegelstand noch etwa bis Mitternacht ansteigen. "Das Haff läuft noch voll."

Teils orkanartige Böen

Der Sturm mit schweren, teils orkanartigen Böen über der Pommerschen Bucht habe am Abend bereits wieder nachgelassen. "Es ist nicht dramatisch", sagte Kreibohm. Alles sei völlig im Rahmen eines Herbststurmes. Teile des Stralsunder Hafens etwa standen bereits am Vormittag unter Wasser. Besitzer von Häusern in Hafennähe sicherten diese vorsorglich. In Rostock-Warnemünde schwappte das Wasser über die Mittelmole. Teils stellten die Reedereien ihren Fährbetrieb ein, etwa von Travemünde zur Halbinsel Priwall oder von Stralsund sowie Rügen zur Insel Hiddensee.

Ungeachtet des Sturms genossen zahlreiche Touristen warm eingepackt das Naturschauspiel an den teilweise überspülten Stränden oder fotografierten die meterhohen Wellen. Die Eigner von Fischkuttern und Booten kontrollierten noch einmal die Leinen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ließ die Sturmflutwarnung für die Nacht zum Donnerstag noch bestehen. Demnach musste an der gesamten deutschen Ostseeküste mit bis zu 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand gerechnet werden. In der Lübecker und Wismarer Bucht und im Greifswalder Bodden seien sogar bis 1,40 Meter über dem mittleren Wasserstand möglich.

Mindestens bis zum Wochenende rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit Regenfällen im Bundesgebiet. Vor allem im Harz könnten bis zum Donnerstag 50 Liter pro Quadratmeter fallen, am Freitag sei der Regenschwerpunkt dann im Süden.

Quelle: ntv.de, chf/dpa