Panorama

Im Auto ausgeharrtTagelange Suche nach dementer Seniorin endet glimpflich

08.05.2026, 09:56 Uhr
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Die Ermittler hatten eine Suchmeldung mit Foto veröffentlicht.

Tagelang sucht die Berliner Polizei nach der Ehefrau eines dementen Mannes. Beide sind hochbetagt und zunächst gemeinsam mit dem Auto unterwegs. Als sie sich festfahren, versucht der Mann Hilfe zu holen.

Eine 91-jährige hoch demente Frau aus Berlin ist am Donnerstagabend in Brandenburg gefunden worden. Die letzte Spur zu der Frau und ihrem Mann stammte zunächst vom 5. Mai. Um 18.18 Uhr wurde ihr Auto in Lübeck in einem Mauttunnel auf einer Videoaufnahme gesehen. Zwei Tage später tauchte der Ehemann allein und in hilflosem Zustand bei Kremmen im Land Brandenburg auf. Seitdem suchte die Polizei nach der Ehefrau des Seniors.

Der Mann konnte laut einer Mitteilung der Polizei wegen seiner eigenen starken Demenzerkrankung keine Angaben dazu machen, wo seine Frau und das Auto sind. "Er konnte nur angeben, er habe sich festgefahren, sei dann ausgestiegen, um Hilfe zu holen und habe seine Frau im Auto zurückgelassen", hieß es in der Mitteilung der Polizei. Den Angaben zufolge war der Mann völlig durchnässt.

Es wurde vermutet, dass die Frau sich in einer absolut hilflosen Lage "noch immer im Fahrzeug befindet". Daraufhin wurden intensive Suchmaßnahmen eingeleitet und die Frau zur Öffentlichkeitsfahndung ausgeschrieben. Eine Polizistin aus Oranienburg sagte der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", dass sich Zeugen gemeldet hätten. Sie hatten das Auto und den Mann bereits am Mittwoch an einem Feldweg gesehen und sich nun an die Begegnung erinnert.

Dehydriert, aber ansprechbar

Bei der intensiven Suche vom Hubschrauber aus konnte schließlich das Auto auf einem abgelegenen Ackerweg entdeckt werden. Einsatzkräfte am Boden fanden die Frau dann tatsächlich in dem SUV und übergaben sie dem Rettungsdienst. Die 91-Jährige und ihr Ehemann wurden in ein Krankenhaus in der Region gebracht. Laut dem Fahndungsaufruf der Berliner Polizei vom Morgen kann die erkrankte Seniorin nicht laufen. Sie sei auf einen Rollstuhl angewiesen, stark dement und fast erblindet.

Die am Abend gefundene Frau sei "den Umständen entsprechend in einem guten Zustand", hieß es von der Polizei. Sie sei zwar dehydriert, aber ansprechbar gewesen, als Einsatzkräfte sie gegen 19.15 Uhr am Donnerstagabend fanden.

Auch wie es zu dem Notfall kam, konnte die Polizei inzwischen etwas besser rekonstruieren. Offenbar war der Mann wegen eines Staus von der Autobahn A24 bei Kremmen abgefahren. Danach verirrte er sich wohl.

Quelle: ntv.de, sba

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