Panorama

Trotz hoher Corona-Zahlen Tausende feiern auf Times Square in New York

Die Welt rutscht ins neue Jahr: Den Auftakt macht wie stets die Südsee. Es folgen Neuseeland, Sydney, China und Moskau. Auch in New York gibt es wieder den berühmten "Ball Drop". Bei der Party am Times Square ist auch wieder Publikum zugelassen. Doch die Pandemie bleibt das dominierende Thema.

Auch der Jahreswechsel 2021/2022 wird noch von der Corona-Pandemie überschattet. Auf der ganzen Welt werden viele große Partys und Feuerwerke abgesagt, darunter Festivitäten in Paris und London. In der französischen Hauptstadt war etwa verboten, auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées mit Sekt anzustoßen. Trotzdem versammelte sich dort eine große Menschenmenge.

In Madrid standen etwa 7000 Menschen dicht gedrängt auf dem Platz Puerta del Sol, um das neue Jahr zu begrüßen. Zu den zwölf Glockenschlägen der Uhr des Madrider Rathausturmes schluckten sie je eine Traube und dachten dabei an Wünsche für das neue Jahr. In Dubai erstrahlte am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa, wieder ein spektakuläres Feuerwerk.

Vor einem Club in der israelischen Stadt Tel Aviv wurde ein deutscher Student bei einer Messerstecherei schwer verletzt. Die Polizei nahm drei Verdächtige fest.

Times-Square-Party wieder mit Publikum

Trotz rekordverdächtigen Corona-Infektionszahlen hat der New Yorker Times Square das Jahr 2022 wieder mit Publikum begrüßt. Um Mitternacht glitt traditionell ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast herunter und läutete unter dem Jubel Tausender das neue Jahr ein - der sogenannte "Ball Drop". Das Event auf dem weltberühmten Platz in Manhattan wurde dieses Jahr auf etwa ein Viertel seiner normalen Kapazität begrenzt, nachdem im vergangenen Jahr nur wenige geladene Gäste hatten teilnehmen dürfen. Alle Anwesenden mussten vollständig geimpft sein.

Die New Yorker Silvester-Traditionen fehlten dabei auch dieses Jahr nicht: Es regnete Konfetti, und durch die Straßen schallte das Lied "New York, New York". Normalerweise kommen jedes Jahr rund eine Million Menschen auf den Times Square, die Party gehört zu den größten Silvesterfeiern der Welt. Millionen Amerikaner schauen die große Show jedes Jahr am Fernseher - dieses Jahr gab es unter anderem einen Auftritt von Sängerin KT Tunstall.

Das Großereignis hat seinen Ursprung in der Eröffnung eines neuen Verlagshauses der "New York Times" im Jahr 1904 - die Zeitung feierte dies damals mit einem Silvester-Feuerwerk. Die Feiern fanden dieses Mal unter dem Eindruck der sich rasch verbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus statt. Zuletzt waren die Infektionszahlen in der US-Ostküstenmetropole sprunghaft angestiegen. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen ging nach oben.

Moskau feiert bei Minusgraden

Mit Feuerwerk an gleich mehreren Stellen haben Millionen Menschen in Moskau - Europas größter Stadt - bei Minustemperaturen das neue Jahr gefeiert. Tausende fanden sich allein am Roten Platz ein, wo die Uhr am Kreml zwölf Mal schlug, um das Jahr 2022 einzuläuten. Die russische Hauptstadt organisiert traditionell an mehreren Stellen Feuerwerk, das am besten vom Wolkenkratzer-Viertel Moskwa City oder von den Sperlingsbergen aus zu sehen ist.

Größere Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gibt es bei den Feierlichkeiten zum neuen Jahr nicht. Russlands Präsident Wladimir Putin erinnerte in seiner Neujahrsansprache an die vielen Corona-Toten und sprach den Menschen Mut zu. Die Corona-Lage hat sich leicht entspannt, bislang wurden auch nur wenige Omikron-Fälle gemeldet.

In Moskau gilt etwa im weltberühmten Bolschoi Theater die 2G-Regel. Dort und in anderen Theatern der Hauptstadt wurde an Silvester das Ballett "Nussknacker" gezeigt. Die Vorstellungen sind oft Monate im Voraus ausverkauft.

China verzichtet auf Feuerwerk

In mehreren Ländern hat das neue Jahr bereits begonnen. Nach den Inselstaaten Samoa und Kiribati begrüßten auch Neuseeland, Australien, Südkorea, Japan, die Philippinen, Singapur und zuletzt China das Jahr 2022. In der Volksrepublik anders als im Vorjahr allerdings wieder mit erheblichen Corona-Einschränkungen.

Aufgrund der höchsten Infektionszahlen seit mehr als 21 Monaten sagten mehrere chinesische Großstädte Feuerwerke und größere Festlichkeiten ab, darunter Peking, Nanjing und auch Wuhan, die Stadt, in der einst das Coronavirus und Covid-19 Ende 2019 als Erstes entdeckt wurden. Die nordwestliche Provinzhauptstadt Xian ist derzeit vollständig abgeriegelt, sämtliche 13 Millionen Bewohner dürfen ihre Häuser praktisch nicht verlassen. Die Infektionszahlen sind zwar mit zuletzt 166 pro Tag im internationalen Vergleich auf sehr niedrigem Niveau, doch die chinesische Regierung verfolgt eine strenge Null-Covid-Politik.

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In Hongkong filmen die Menschen das Feuerwerk mit ihren Handys.

(Foto: REUTERS)

Silvester ist für die Chinesen an sich kein besonders wichtiger Feiertag. Nach ihrem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr erst im Februar. Erst dann gibt es eine große Reisewelle, in der sich Hunderte Millionen durchs Land bewegen, um ihre Familien zu besuchen.

Australien lässt es krachen

Deutlich erfreulicher war die Lage in Australien. Mit sechs Tonnen farbenprächtigem Feuerwerk vor der imposanten Kulisse der Harbour Bridge und des Opernhauses ist Sydney ins Jahr 2022 gestartet. Anders als im vergangenen Jahr waren dieses Mal trotz stark steigender Corona-Zahlen in der Region wieder Zehntausende Zuschauer zugelassen, um die Neujahrsfeier live verfolgen zu können. Allerdings mussten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Ticket für einen von rund 30 Aussichtspunkten kaufen. Bürger ohne Reservierung oder Impfung wurden gebeten, möglichst nicht ins Stadtzentrum zu kommen.

Vor der Pandemie hatte das weltbekannte Feuerwerk in der australischen Metropole jedes Jahr mehr als eine Million Menschen angelockt. Vergangenes Jahr war das Zentrum der Stadt wegen der Corona-Pandemie jedoch komplett für Zuschauer gesperrt worden. Auch dieses Jahr gab es Zweifel, ob Publikum zugelassen werden sollte: New South Wales, der Bundesstaat, in dem Sydney liegt, ist derzeit stark von der Omikron-Variante befallen. Am Freitag meldeten die Behörden mehr als 21.000 Neuinfektionen binnen eines Tages und damit so viele wie noch nie.

Feuerwerk und Naturgewalten

Auch in einigen anderen Ländern hat das neue Jahr bereits begonnen. Weltweit waren die Bewohner der Südsee-Paradiese Samoa, Tonga und Kiribati die Ersten, die um 11 Uhr MEZ das Jahr 2022 begrüßten. Anders als im vergangenen Jahr, als wegen der Corona-Pandemie öffentliche Feuerwerke abgesagt worden waren, durften etwa auf Samoa wieder Raketen in den Himmel geschossen werden.

Im Archipel Tonga gaben derweil die Naturgewalten auch zu Silvester keine Ruhe: Schon seit Weihnachten warnen die Behörden davor, sich dem Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai zu nähern. Der Feuerberg, der zuletzt 2014 ausgebrochen war, ist wieder aktiv und speit Asche und Gas in die Luft.

Samoa, Tonga und Kiribati sind wegen ihrer abgelegenen Position bislang sehr glimpflich durch die Corona-Krise gekommen: Insgesamt wurden in den drei Inselstaaten nur ein halbes Dutzend Corona-Infektionen verzeichnet. Die Grenzen der polynesischen Archipele sind schon seit Beginn der Pandemie für Ausländer größtenteils geschlossen.

Neuseeland macht ruhig

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Eine Stunde später folgte Neuseeland, wo allerdings wegen der Ausbreitung von Corona die meisten Events und das Feuerwerk vom Sky Tower in Auckland sowie auch alle öffentlichen Veranstaltungen in anderen Städten wie Christchurch und der Hauptstadt Wellington abgesagt wurden. Lediglich das dreitägige Musikfestival "Rhythm and Alps" nahe Wanaka auf der Südinsel durfte stattfinden.

26 Stunden dauert es zwischen 11 Uhr MEZ am 31. Dezember und 13 Uhr MEZ am 1. Januar, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist.

Quelle: ntv.de, jpe/jwu/chr/dpa

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