Panorama

Drama in Wallenfels Tote Babys: Mutter festgenommen

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Diese Engel stehen auf dem Fensterbrett des Hauses, in dem die Babyleichen entdeckt wurden.

(Foto: dpa)

Die Polizei fasst die Frau, die die Mutter der acht toten Babys in Wallenfels sein soll. Nach ihr wurde gefahndet. Die Beamten finden sie schließlich in einer Pension. Sie wird verdächtigt, ihre Kinder getötet zu haben.

Die Polizei in Oberfranken hat die mutmaßliche Mutter von mindestens acht toten Säuglingen festgenommen. Die Frau gelte als tatverdächtig, teilte ein Polizeisprecher mit. Man habe sie in einer Pension in Kronach ausfindig machen können, sagte er weiter. Sie war demnach in Begleitung eines 55 Jahre alten Mannes, der nun ebenfalls vernommen werden sollte. Weitere Einzelheiten nannte er mit Verweis auf die laufenden Befragungen und Ermittlungen nicht.

Die Frau hat bis vor kurzem in dem Haus gelebt, in dem die Ermittler acht Babyleichen gefunden haben. Alle Leichen demnach in Handtücher und Plastiktüten gewickelt. Offen blieb zunächst, wie die Babys zu Tode kamen und wann sie starben. Die Leichen seien in einem schlechten Zustand, sagte eine Polizeisprecherin. Aufschluss soll eine Obduktion in der Erlanger Rechtsmedizin bringen, Ergebnisse erwarten die Ermittler aber erst in der kommenden Woche.

Eine Anwohnerin hatte am Donnerstagnachmittag den Notruf gewählt, nachdem sie in der Wohnung die sterblichen Überreste eines Säuglings gefunden hatte. Daraufhin entdeckten die alarmierten Polizisten in einem Zimmer mehrere weitere Leichen. In welchem Verhältnis die Anruferin zu den Hausbewohnern steht, sagte die Polizei zunächst nicht. Am Freitagmittag hatte die Polizei mitgeteilt, man gehe von sieben Leichen aus. Ermittler im Haus fanden aber am Nachmittag ein weiteres totes Baby.

Mittlerweile wurde die Ermittlungsgruppe "Schlossberg" gegründet. "Es sind noch sehr viele Personen zu befragen und es erfolgen auch weitere Durchsuchungsmaßnahmen", sagte die Polizeisprecherin. Dabei soll vor allem das Anwesen selbst noch genauer unter die Lupe genommen werden. "Unter Umständen kommen auch noch andere Objekte dazu." Es werde jetzt alles, was möglich sei, so zeitnah wie möglich gemacht.

In Wallenfels selbst herrschte am Freitag große Betroffenheit. Man traure um die Kinder, die nicht leben durften, sagte Bürgermeister Jens Korn. Ob es eine Trauerfeier oder einen Gottesdienst geben werde, sei noch offen. Man wolle sich hier mit den örtlichen Kirchengemeinden absprechen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa