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Verschollene "ARA San Juan" U-Boot-Suche startet neu

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Wo ist die "ARA San Juan"? Mit ihr sind 44 Besatzungsmitglieder verschollen.

(Foto: picture alliance / Juan Sebastia)

Die "ARA San Juan" ist seit November verschollen. Wenige Wochen nach dem Verschwinden des U-Boots wird die Suche eingestellt. Nun besteht wieder Hoffnung, die Vermissten doch noch zu finden: Eine US-Firma will den Meeresboden mit Unterwasserkameras absuchen.

Die Suche nach dem verschollenen U-Boot "ARA San Juan" der argentinischen Marine wird wieder aufgenommen. Ausgeführt wird die Suchaktion von dem US-Unternehmen Ocean Infinity, wie das Verteidigungsministerium in Buenos Aires mitteilte. Die auf die geologische Erkundung des Meeresbodens spezialisierte Firma will das Spezialschiff "Seabed Constructor" einsetzen, das unter anderem mit einer Hubschrauberplattform, Sensortechnik und Unterwasserdrohnen ausgestattet ist.

Mit Hilfe ferngesteuerter Kameras können Experten an Bord den Meeresgrund in einer Tiefe von bis zu 6000 Metern nach Hinweisen auf den Verbleib des U-Boots absuchen. Im Erfolgsfall soll das Unternehmen 7,5 Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) erhalten.

Mit der "Seabed Constructor", die noch vor dem Wochenende den Hafen von Comodoro Rivadavia in Patagonien verlassen soll, werden auch Marinevertreter und Angehörige der vermissten Seeleute in See stechen. Die neue Suchaktion sei vermutlich "die letzte Möglichkeit", die Vermissten noch zu finden, sagte Luis Tagliapietra, dessen Sohn zur U-Bootbesatzung gehörte.

Die "ARA San Juan" und ihre 44 Besatzungsmitglieder sind seit November 2017 verschollen. In ihrem letzten Funkspruch hatte die Crew einen Kurzschluss und ein Feuer an Bord gemeldet. Kurz darauf zeichneten Messstationen eine größere Explosion im Südatlantik auf. Die argentinische Marine hatte die Suche nach dem Wrack, an der sich 13 Länder beteiligten, nach einigen Wochen aus Kostengründen eingestellt. Die Angehörigen forderten monatelang eine Fortsetzung der Suche.

Die Firma Ocean Infinity war im Januar bereits von Malaysia mit einer neuen Suche nach Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean beauftragt worden. Die Suchaktion nach dem verschwundenen Passagierflugzeug blieb allerdings ohne Ergebnis. Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord unter bislang ungeklärten Umständen von den Radarschirmen verschwunden. Trotz aufwendiger Suchaktionen blieb das Flugzeug bis heute unauffindbar.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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