Panorama

Harrisburg meldet Insolvenz an US-Diözese nach Missbrauchsskandal pleite

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Die US-Pfadfinder hatten angesichts einer Vielzahl an Klagen wegen sexuellen Missbrauchs ebenfalls Insolvenz angemeldet.

(Foto: AP)

Die Diözese Harrisburg zahlt im vergangenen Jahr an 106 Menschen, die von Priestern missbraucht wurden, insgesamt 12,1 Millionen US-Dollar. Das Bistum geht pleite und kann nun seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen.

Die Katholische Diözese Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania hat nach hohen Schadenersatzzahlungen infolge von Missbrauchsfällen Insolvenz angemeldet. Trotz zahlreicher Sparmaßnahmen sei die Diözese "im Moment nicht in der Lage, unseren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen", erklärte Bischof Ronald Gainer.

Mit der Beantragung von Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des Insolvenzrechts könne sich die Diözese, die rund 230.000 Gläubige betreut, neu aufstellen, hieß es. Obwohl bereits gut 100 Missbrauchsopfern Entschädigungen gezahlt worden seien, gebe es bereits "ein halbes Dutzende neuer Klagen, von denen jede die Diözese finanziell ernsthaft lähmen könnte", erklärte der Bischof. Die Diözese in dem Staat im Nordosten der USA hatte im vergangenen Jahr an 106 Menschen, die von Priestern missbraucht worden waren, insgesamt 12,1 Millionen US-Dollar ausgezahlt.

Erst Anfang der Woche hatten die US-Pfadfinder angesichts einer Vielzahl an Klagen wegen sexuellen Missbrauchs ebenfalls Insolvenz angemeldet. Ziel sei es, alle Missbrauchsopfer zu entschädigen und die Mission des Verbands auch in Zukunft fortzuführen, teilten die "Boy Scouts of America" (BSA) mit. Im Zuge eines Missbrauchsskandals hatte 2018 auch der US-Turnverband Insolvenz beantragt, um Ansprüche von Missbrauchsopfern zu bedienen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa