Panorama

Tödliche Schüsse im Einkaufszentrum US-Polizei sucht nach dem Schützen

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Schießerei im Einkaufszentrum: Spezialeinsatzkräfte eilen zum Tatort.

(Foto: REUTERS)

Mit einem Gewehr eröffnet ein Unbekannter in Burlington das Feuer auf Passanten. Fünf Menschen verlieren ihr Leben. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Täter befindet sich trotz eines Großeinsatzes der Polizei noch immer auf der Flucht.

In einem Einkaufszentrum in der US-Kleinstadt Burlington im Bundesstaat Washington hat ein junger Mann mehrere Menschen mit Gewehrschüssen getötet. Nach dem Angriff in der "Cascade Mall" mit zahlreichen Geschäften stieg die Zahl der Toten auf fünf, wie die Behörden in der Nacht mitteilten. In den ersten Stunden nach der Attacke war die örtliche Polizei zunächst von mindestens drei Todesopfern ausgegangen.

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Schwarzes T-Shirt, kurze Hosen, das Gewehr schussbereit: Standbild einer Überwachungskamera aus dem Inneren der "Cascade Mall" in Burlington.

(Foto: dpa)

Der Täter hatte am Freitagabend (Ortszeit US-Westküste) im Inneren des stark frequentierten Einkaufszentrums vier Frauen erschossen und einen Mann lebensgefährlich verletzt. Der Verletzte wurde in kritischem Zustand in ein Krankenhaus geflogen. "Er hat die Nacht nicht überlebt", erklärte eine Polizeisprecherin am frühen Morgen. Eine weitere Person war Medienberichten zufolge leicht verletzt worden.

Die Polizei veröffentlichte ein Fahndungsbild - offenbar das Standbild einer Überwachungskamera -, auf dem ein junger Mann mit einem Gewehr zu sehen ist. Der Täter konnte vor dem Eintreffen der Sicherheitskräfte fliehen. Nach ihm wird mit einem Großaufgebot gesucht.

Durchsuchung von Raum zu Raum

Die Polizei habe das Einkaufszentrum umgehend abgeriegelt, wie Polizeisprecher Mark Francis erklärte. Zunächst war unklar, ob der mutmaßliche Schütze allein gehandelt oder Komplizen hatte. Kurz darauf hieß es, es werde nach einem einzelnen Täter gefahndet.

Endgültige Entwarnung konnte die Polizei bis tief in die Nacht hinein nicht geben. Allein die Durchsuchung des Einkaufszentrums nahm mehrere Stunden in Anspruch. "Viele verschlossene Türen und Räume mussten geöffnet werden", hieß es. Das Areal sei insgesamt rund 40.000 Quadratmeter groß, teilte Polizeisprecher Mark Francis mit. Zeitweise war die Polizei mit elf speziell ausgerüsteten Eingriffsteams sowie Hundeführern im Einsatz, die auch im Umfeld nach Spuren des dringend tatverdächtigen Mannes suchten - bislang ohne Erfolg.

Von dem mutmaßlichen Täter fehlte bis weit in den Samstag (Ortszeit) hinein jede Spur. Zuletzt soll er gesichtet worden sein, als er sich einer nahe gelegenen Schnellstraße näherte. "Nach der Sicherung des Tatorts beginnen wir nun mit den Ermittlungen", erklärte Polizeisprecher Francis in der Nacht. Er kündigte für den frühen Morgen (Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) eine Pressekonferenz an, in der erste Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben werden sollen.

Keine Hinweise auf die Hintergründe

Die Motive des Täters liegen noch vollkommen im Dunkeln. Nach Berichten von Augenzeugen soll es sich um eine Person im Alter zwischen 20 und 25 Jahren handeln. Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera ist ein dunkel gekleideter junger Mann zu erkennen, der bei der Tat offenbar keine Maske trug. Auch die mutmaßliche Tatwaffe ist schemenhaft zu erkennen. Dabei soll es sich Medienberichten zufolge um eine weitgehend freiverkäufliche Jagdwaffe handeln - und nicht etwa um ein Sturmgewehr. Weitere Einzelheiten stehen noch aus.

Der lokale Fernsehsender "Kiro 7" berichtete, das Einkaufszentrum sei zur Tatzeit voller Menschen gewesen, die vor dem Wochenende letzte Einkäufe erledigen wollten. Nach einer Überprüfung durch die Polizei wurden sie mit Bussen in Sicherheit gebracht - an einer Kirche konnten sie ihre Familien treffen.

FBI schaltet sich ein

Burlington liegt rund 100 Kilometer nördlich der US-Großstadt Seattle unweit der kanadischen Grenze im Nordwesten der USA. "Eine Trägodie hat Washington heute getroffen", schrieb Gouverneur Jay Inslee auf Twitter. "Mit unseren Herzen sind wir in Burlington", teilte er weiter mit.

Mit Blick auf die Ereignisse in dem Einkaufszentrum machten Befürchtungen die Runde, es könne sich bei dem Vorfall womöglich um einen Terrorangriff gehandelt haben. Dafür allerdings gibt es bislang keinerlei Belege. Denkbar wäre etwa auch eine Beziehungstat. Das FBI in Seattle teilte mit, es unterstütze die Ermittlungen. Es gebe keine Informationen, die weitere geplante Attacken im Bundesstaat Washington nahelegten, hieß es.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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