Panorama

Ergebnisse in Minutenschnelle USA erlauben erstmals Antigentest

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In Deutschland nutzt man in der Regel Gentests, um eine Corona-Infektion nachzuweisen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie könnten eine kleine Revolution bringen: Antigentests sind einfach zu handhaben und liefern schnelle Informationen zu Infektionen mit dem Coronavirus. Die USA lassen erstmals ein Testverfahren dieser Art zu. Die Methode verspricht viel, hat aber auch Nachteile.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einem Antigentest auf das Coronavirus eine Notfallgenehmigung erteilt. Es handele sich dabei um eine neue Kategorie von Test, die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern könne, schreibt die FDA. Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen nachgewiesen.

Damit unterscheidet sich die Untersuchung von Gentests, bei denen Viren-Erbgut in Abstrichen nachgewiesen wird, und von Antikörpertests, bei denen vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Ein Vorteil der Antigentests ist laut FDA, dass sie sehr schnell Ergebnisse liefern. Ein weiteres Argument für die Methode sei, dass die Tests sich auch in großer Stückzahl vergleichsweise einfach produzieren lassen, berichtet die "Apotheken-Umschau".

*Datenschutz

Allerdings könne ein Antigentest nicht immer zwischen den verschiedenen Coronaviren unterscheiden, ein positives Ergebnis bedeute nicht zwangsläufig eine Infektion mit Sars-CoV-2. Auch seien sie weniger sensitiv als Gentests, ihnen rutschen also mehr Infektionen durch.

Auch die japanische Regierung plant in der kommenden Woche die Genehmigung von Antigen-Testkits, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Antigentests werden bereits oft bei Grippeuntersuchungen eingesetzt.

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte konnte zunächst keine Auskunft dazu geben, wie es um eine Zulassung solcher Antigentests in Deutschland steht. Eine Infektion wird in Deutschland in aller Regel mit einem Gentest festgestellt. Außerdem laufen Untersuchungen mit Antikörpertests, um zu bestimmen, wie viele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa