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Reisebüros vorab informiert USA planen Verbot für Nordkorea-Reisen

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Die USA pflegen keine diplomatischen Beziehungen mit Pjöngjang, deshalb informierte die schwedische Botschaft über das Reiseverbot.

(Foto: picture alliance / dpa)

Urlaub in Nordkorea zu machen, ist für US-Bürger künftig verboten. Das melden Reisebüros, die offenbar vorab vom US-Außenministerium informiert wurden. Die USA warnen schon lange vor Reisen in das Land - nicht erst seit dem Tod Otto Warmbiers.

Einen Monat nach dem Tod des in Nordkorea inhaftierten US-Studenten Otto Warmbier verbieten die USA ihren Bürgern nach Angaben von Reisebüros künftig Reisen nach Nordkorea. Das US-Außenministerium bestätigte Meldungen von zwei Reisebüros, das Reiseverbot gelte ab dem 27. Juli. Nach einer Schonfrist von 30 Tagen werde "der Ausweis von jedem US-Bürger, der nach Nordkorea reist, für ungültig erklärt", gab das in China ansässige Reisebüro Young Pioneer Tours bekannt. Die von Warmbier genutzte Reiseagentur Young Pioneer Tours hatte bereits unmittelbar nach dessen Tod Besuche für US-Touristen in Nordkorea aus dem Programm genommen.

Der Manager des Reisebüros Koryo Tours, Simon Cockerell, sagte, die schwedische Botschaft in Pjöngjang habe sein Unternehmen über das Reiseverbot informiert. In Nordkorea ist es üblich, dass Schwedens Botschaft im Namen der USA handelt, da Pjöngjang und Washington keine diplomatischen Beziehungen pflegen. Cockerell sagte, die Ankündigung sei de facto das Ende für den US-Tourismus in Nordkorea.

Das US-Außenministerium warnt US-Bürger schon länger vor Reisen nach Nordkorea; sie laufen demnach Gefahr, festgenommen und für lange Zeit inhaftiert zu werden. Der im Juni verstorbene 22-jährige Student Warmbier war im März 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden, kurz danach ins Koma gefallen und wenige Tage vor seinem Tod "aus humanitären Gründen" freigelassen worden. Danach durfte er in die USA zurückkehren. Die genaue Ursache für Warmbiers Tod ist unklar. Nach Überzeugung seiner Familie starb er an den Folgen seiner "schrecklichen und qualvollen Behandlung" in Nordkorea.

Quelle: n-tv.de, AFP/ftü

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