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Trotz Polizeischutz Unbekannte erschießen Bruder von Mafia-Kronzeugen

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Mehr als 20 Schüsse feuerten die Täter auf Marcello Bruzzese ab. (Symbolbild).

picture alliance / dpa

Ein ehemaliges Mafia-Mitglied kooperiert mit der Justiz. Aus Rache tötet ein Killerkommando dessen Bruder. Die Tat sorgt in Italien für Fassungslosigkeit, denn das Opfer stand unter Polizeischutz.

Vor seiner Wohnung in der der ostitalienischen Hafenstadt Pesaro ist am ersten Weihnachtsfeiertag der Bruder eines geständigen Mafia-Mitglieds erschossen worden. Der 51-Jährige wurde im Stadtzentrum getötet, wie Polizei und Justiz laut Medienberichten mitteilten. Der Mann stand demnach unter Polizeischutz, seit sein Bruder, ein Ex-Mitglied der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta, mit der Justiz zusammenarbeitete.

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Zwei vermummte Männer erschossen den Angaben zufolge Marcello Bruzzese gegen 18.30 Uhr am Dienstagabend im historischen Zentrum von Pesaro. Die Täter hatten abgewartet, bis er sein Auto vor seiner Wohnung geparkt hatte, um ihn dann mit mindestens 20 Schüssen zu töten. Die Mörder konnten zu Fuß flüchten. Die Ermittler gehen von einem Racheakt aus.

Sein Bruder Girolamo "Mommo" Bruzzese hatte sich 2003 der Polizei gestellt, nachdem er auf den einflussreichen kalabrischen Clanchef Teodoro Crea geschossen hatte, wie die Zeitung "Il Fatto Quotidiano" berichtete. Er war lange ein Vertrauter Creas, der seine Verletzungen überlebte. "Mommo" Bruzzese hatte der Justiz interne Informationen über den Clan insbesondere über Verbindungen zu Geschäftsleuten und lokalen Politikern zukommen lassen, was zu einer Reihe von Festnahmen führte.

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Nach dem Mord an Marcello Bruzzese gab es Kritik an Innenminister Matteo Salvini. Er hatte am Morgen ein Selfie von sich mit einem Nutella-Brot getwittert. "Wenn Sie Brot und Nutella aufgegessen haben, hätten wir gerne ein paar Informationen", schrieb daraufhin der Bürgermeister von Pesaro, Matteo Ricci. Die Stadt sei verstört angesichts des Mordes an einem Mann, der unter Zeugenschutz stand. Salvini kündigte an, am Donnerstag an einem Treffen in der Präfektur in Pesaro teilzunehmen.

* Update 27.12.2018: Der Bruder des Mafia-Kronzeugen, der am Dienstag im italienischen Pesaro erschossen wurde, stand nicht unter Polizeischutz. Dies erklärte Italiens Innenminister Matteo Salvini auf einer Pressekonferenz in der Adriastadt. Der Mann habe schon vor zwei Jahren darum gebeten, seinen Polizeischutz abzuziehen, sagte Salvini. An seiner Haustür habe sein echter Name gestanden.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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