Panorama

Nach Brand in Gefängniszelle Unschuldig inhaftierter Syrer ist tot

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In Zelle 143 in der Klever Justizvollzugsanstalt brach das Feuer aus.

(Foto: imago/Markus van Offern)

Zwei Monate sitzt ein 26-jähriger Syrer im nordrhein-westfälischen Kleve in Haft - dann bricht in seiner Zelle ein Feuer aus. Der Mann wird schwer verletzt. So schwer, dass er nach zwei Wochen in der Klinik stirbt. Nun stellt sich heraus: Er saß unschuldig hinter Gittern.

Ein Mann aus Syrien ist nach einem Brand in seiner Gefängniszelle gestorben. Nach Angaben der Polizei in Krefeld erlag der 26-Jährige in einem Bochumer Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Umstände des Brandes sind nach wie vor unklar. Spekulationen, wonach er das Feuer womöglich selbst gelegt hat, wollten die Ermittler bisher nicht kommentieren. Die Gefängnisleitung sagte dem WDR, es sei auch möglich, dass der Insasse mit einer Zigarette eingeschlafen ist.

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Der Hof mit Teich vor der Justizvollzugsanstalt.

(Foto: dpa)

Weil der Mann aber offenbar zu Unrecht im Gefängnis saß, hat die Staatsanwaltschaft Kleve Ende vergangener Woche ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung gegen mehrere Beamte der Kreispolizeibehörde eingeleitet. Der Mann befand seit Anfang Juli in Haft.

Festgenommen wurde er nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach einer Überprüfung seiner Personalien im niederrheinischen Geldern. Die Polizeibeamten stellten demnach fest, dass gegen den 26-Jährigen zwei Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Hamburg vorlagen. Offenbar wurde wegen Diebstahls nach ihm gefahndet. Der Syrer wurde festgenommen und zunächst in die Justizvollzugsanstalt Geldern gebracht. Später kam er dann nach Kleve.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung stellte sich erst bei einer erneuten Überprüfung heraus, dass es sich bei dem Gesuchten um jemand anderes handelt. Die Staatsanwaltschaft sieht derzeit aber keine Hinweise dafür, dass der mutmaßliche Straftäter bewusst falsche Personalien hinterlegt hat. Warum die Alias-Personalien dann im Fahndungssystem auftauchten, muss nun ermittelt werden. Auch warum nicht schneller geklärt wurde, dass es sich bei dem Gesuchten um eine andere Person handelt, wird geklärt werden müssen.

Das Feuer in der Gefängniszelle in Kleve war vor rund zwei Wochen ausgebrochen. Ein Mitarbeiter der JVA hatte den Syrer in letzter Minute gerettet. Im Krankenhaus war der 26-Jährige wegen seiner Verletzungen ins künstliche Koma versetzt worden. Er hätte eigentlich Mitte Oktober entlassen werden sollen. Zwischenzeitlich hatte die Staatsanwaltschaft gegen den unschuldig Inhaftierten wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Zehn Menschen hatten bei dem Feuer eine Rauchvergiftung erlitten.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP