Panorama

Enge finanzielle BandeUnterwäsche-Magnat Wexner fühlt sich von Epstein betrogen

19.02.2026, 02:30 Uhr
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Leslie Wexner kannte Epstein seit den 1980er Jahren und galt als dessen Mentor. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Jeffrey Epstein verdankte seinen Reichtum maßgeblich Leslie Wexner, dem Mann, der unter anderem Victoria's Secret groß gemacht hat. Der US-Kongress hat jetzt Fragen an den Milliardär. Der sieht sich selbst als Epsteins Opfer.

Der Milliardär Les Wexner hat in einer Videoanhörung des US-Repräsentantenhauses ein persönliches Fehlverhalten bei seinen Kontakten mit dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bestritten. Er sei von Epstein "hereingelegt" worden, sagte der 88-jährige Gründer von L Brands. Der Konzern zahlreiche US-amerikanische Marken groß gemacht, darunter das Unterwäschelabel Victoria's Secret, Bath & Body Works und Abercrombie & Fitch.

"Ich war naiv, töricht und leichtgläubig", sagte Wexner, dessen Name in den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten fast 200 Mal auftaucht. Der Finanzberater Epstein sei ein "Betrüger" gewesen. "Und obwohl ich betrogen wurde, habe ich nichts Unrechtes getan und nichts zu verbergen", heißt es weiter.", beteuerte der Unternehmer. Er wies insbesondere Vorwürfe zurück, sexuellen Kontakt mit Epstein-Opfern gehabt zu haben.

Der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses in Washington hatte Wexner vorgeladen. Die Abgeordneten hörten den 88-Jährigen per Videoschalte von seinem Haus in New Albany im Bundesstaat Ohio aus an. Politiker der Demokraten erklärte danach, Wexner habe auf Erinnerungslücken verwiesen und wenig neue Details geliefert.

Demokraten bezweifeln Wexners Aussagen

Der Kongressabgeordnete Robert Garcia aus Kalifornien betonte allerdings, ohne Wexner wäre Epstein "nicht der wohlhabende Mann gewesen, der er war". Ohne den Unternehmer hätte es "keine Epstein-Insel, kein Epstein-Flugzeug und kein Geld zum Verschleppen von Frauen und Mädchen" gegeben. "Ich glaube Herrn Wexner nicht, wenn er sagt, er habe keine persönliche oder freundschaftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt", sagte der führende Vertreter des Aufsichtsausschusses. Man solle stattdessen den Opfern zuhören, die von einer direkten Verbindung zwischen Epstein und Wexner berichtet hätten. Garcia sprach von mehr als eine Milliarde Dollar, die der Unternehmer Epstein entweder überwiesen oder gegeben haben soll. Garcia zufolge will Wexner allerdings von einem Großteil des Geldes nichts gewusst haben.

Epstein und Wexner hatten sich in den 1980er Jahren kennengelernt. Der Unternehmer erteilte dem Finanzberater Epstein später eine umfassende Vollmacht, um Investitionen und große Immobiliengeschäfte zu tätigen. Über Jahre war Wexner Epsteins wichtigster Kunde und trug dazu bei, dessen Ruf bei anderen Wohlhabenden zu verbreiten. Er trug maßgeblich zu Epsteins Reichtum bei und übertrug ihm auch die siebenstöckige Villa in Manhattan, in der dieser bis zu seiner Verhaftung lebte.

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Im August 2019 wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Zuvor war er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen worden.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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