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Der K2 (l.) und das Gletschertal fotografiert aus einem Helikopter.
Der K2 (l.) und das Gletschertal fotografiert aus einem Helikopter.(Foto: imago/Bluegreen Pictures)
Montag, 26. Februar 2018

Zweithöchster Berg der Welt: Urubko bricht todesmutigen Solo-Versuch ab

Denis Urubko hat schon alle 14 Gipfel jenseits der 8000-Meter-Grenze bestiegen. Nach einem Streit mit seinem Team will er den zweithöchsten Berg der Welt als erster Mensch alleine und im Winter erreichen. Nach zwei Tagen stoppt er seinen kühnen Plan.

Ein polnisch-russischer Bergsteiger hat in einem riskanten Alleingang versucht, den zweithöchsten Gipfel der Welt zu besteigen. Bisher hat es noch niemand geschafft, den 8611 Meter hohen K2 im Norden von Pakistan im Winter zu erklettern.

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Denis Urubko, der als einer der besten Höhenbergsteiger der Welt gilt, war seit Samstag unterwegs. Die BBC zitierte Kollegen von ihm, die sagten, er habe vermutlich ein Lager auf 7200 Metern Höhe erreicht. Die anderen Mitglieder des polnischen Teams hätten ihren Vorstoß Richtung Gipfel am Samstag wegen schlechten Wetters abgebrochen, sagte ein Sprecher des pakistanischen Alpinclubs, Karrar Haidri. Aber Urubko habe es trotzdem versuchen wollen.

"Völlig selbstmörderisch"

Die BBC berichtete von einem erhitzten Streit mit dem Team. Urubko sei dann, ohne ein Wort zu sagen, am 24. Februar alleine aufgebrochen. Ein Bergsteiger beschrieb den Solo-Versuch als "völlig selbstmörderisch". Selbst für einen erfahrenen Bergsteiger wie Urubko sei ein Aufstieg ohne Begleiter unter den herrschenden Bedingungen ein Himmelfahrtskommando.

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Bis zum Montagmorgen war unklar, wo sich Urubko befand und ob er überhaupt noch lebte. Dann kündigte der Sprecher der Expedition via Twitter an, dass Urubko seinen Aufstieg abgebrochen habe. Der Wind habe den kühnen Plan des Bergsteigers gestoppt, heißt es. Er sei nun auf dem Weg ins Basislager, nachdem er die Nacht in einer Felsspalte auf 7400 Meter Höhe verbracht habe.

Mutig und unfassbar schnell

Urubko, der nach Medienberichten kasachische Wurzeln hat und sowohl die russische als auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, habe schon alle 14 Gipfel von mehr als 8000 Metern bestiegen, erklärte Karrar Haidri. 2011 war er der erste, der den 8035 Meter hohen pakistanischen Berg Gasherbrum II im Winter bestieg. Dieser Gipfelerfolg gelang ihm zusammen mit einem Partner.

In der Welt des Höhenbergsteigens gilt Urubko als Ausnahmetalent: Im vergangenen Monat hatten er und ein kleines Team in einer gefährlichen nächtlichen Aktion die in Not geratene französische Bergsteigerin Elisabeth Revol vom Nanga Parbat gerettet. Das Magazin "Alpin" schrieb, dass Urubko und ein polnischer Kollege sich von einem Hubschrauber auf 4800 Metern absetzen ließen und Revol "bei zum Teil Minus 40 Grad und in unfassbarem Tempo" entgegenstiegen.

Am K2, der klettertechnisch als sehr viel anspruchsvoller als der Mount Everest gilt, können die Temperaturen im Winter auf minus 50 Grad fallen, betonte der bekannte pakistanische Bergsteiger Nazir Sabir. Der Wind kann demnach Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde erreichen. "Das stoppt selbst die mutigsten Bergsteiger." Alle, die es in der Vergangenheit trotzdem versucht hätten, seien - auch im Team - gescheitert.

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Quelle: n-tv.de