Panorama

Jahrelang isolierte Gruppe Vater der Bauernhof-Familie festgenommen

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Der Bauernhof befindet sich in der niederländischen Gemeinde Ruinerworld.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Fall einer Familie, die neun Jahre isoliert auf einem Bauernhof lebte, schockiert die Niederlande. Der Eigentümer des Guts sitzt in Untersuchungshaft. Nun wird der Familienvater festgenommen. Hinweise deuten auf eine Sekten-Mitgliedschaft hin.

Im Fall der isolierten Familie auf einem Bauernhof in den Niederlanden ist nun auch der 67 Jahre alte Vater festgenommen worden. Er werde der Freiheitsberaubung, Misshandlung und Geldwäsche verdächtigt, teilte die Polizei in Assen in der ostniederländischen Provinz Drenthe mit. "Wir haben den Vater festgenommen", bestätigte eine Polizeisprecherin. Weitere Angaben wurden vorerst nicht gemacht. Zuvor hatten sich die Ermittlungen im mysteriösen Fall einer jahrelang isoliert lebenden Familie in den Niederlanden auf den österreichischen Mieter des Bauernhofs konzentriert.

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Der 58-jährige Josef B. steht unter Verdacht der Freiheitsberaubung. Der Haftrichter in Groningen bestätigte den initialen Haftbefehl und ordnete eine Verlängerung der Untersuchungshaft um zunächst zwei Wochen an. Mit Ausnahme seines Anwalts dürfe er keinerlei Kontakt zur Außenwelt haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass die sechs Kinder gegen ihren Willen festgehalten wurden. "Wir denken, dass die sechs Personen dort nicht aus freiem Willen gelebt haben", sagte die Sprecherin der Polizei der Provinz Drenthe.

Der abgelegene Hof im ostniederländischen Dorf Ruinerwold wurde von einer Spezialeinheit der Polizei umfassend durchsucht. "Wir erfassen alle Räume digital, sodass wir eine vollständige Übersicht bekommen", teilte die Polizei der Provinz Drenthe mit. In dem Bauernhof sollen der nun festgenommene Vater und seine sechs jetzt erwachsenen Kinder seit 2010 in einem kleinen Raum gehaust haben.

Sind die Männer Sektenmitglieder?

Über die Motive ist noch nichts bekannt geworden. Es gibt jedoch Hinweise, dass beide Männer einer Sekte angehört haben. Niederländische Medien berichten, dass die Familie Mitglied der "Vereinigungskirche" des Koreaners Moon sei. Auch der Österreicher solle dort Mitglied sein. Ein Sprecher der "Vereinigungskirche" hatte bestätigt, dass zumindest der Vater einige Zeit Mitglied gewesen sei. Zusätzlich sagte der Bruder des Österreichers der "Kronen Zeitung", dass Josef B. bei einer Sekte gewesen sei. "Er war bei einer Sekte, ist sich selber besser vorgekommen als der Jesus", zitiert die Zeitung den Bruder. Er habe seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm.

Der Österreicher und der Vater der Familie waren nach Angaben einer früheren Nachbarin bereits seit gut 15 Jahren befreundet. Sie waren gemeinsam Inhaber eines Spielzeugladens im nahe gelegenen Zwartsluis. Das Geschäft, das seit 2010 geschlossen ist, war am Mittwochabend von der Polizei durchsucht worden. Auch ein weiterer Betrieb des Vaters war durchsucht worden.

Hinweise zu der Familie kommen auch von den Einträgen eines Sohnes auf den sozialen Medien. Der 25-Jährige hatte am Montag in einer Dorfkneipe um Hilfe gebeten und so den Stein ins Rollen gebracht. Er war nach einer Pause von mehr als neun Jahren plötzlich wieder aktiv im Internet. Seinen Einträgen nach zu urteilen, hatte er den Auszug aus dem Hof lange geplant. Die Mutter der Familie soll nach seinen Angaben bereits 2004 gestorben ein.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa

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