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Mord in Freiburg Vater verrät Alter von Hussein K.

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Über sein Alter hüllt sich der wegen Mordes angeklagte Hussein K. in Schweigen.

(Foto: dpa)

17, 22, 25 - wie alt ist Hussein K. wirklich? Im Prozess um den Sexualmord an einer Studentin in Freiburg ist das Alter des Angeklagten entscheidend für das Urteil. Sein Vater bringt nun endlich die Wahrheit ans Licht - mit einem amtlichen Dokument.

Der im Mordprozess Freiburg vor der Jugendkammer angeklagte Flüchtling Hussein K. ist nach Angaben seines Vaters weitaus älter als angegeben. Ein amtliches Dokument gebe als Geburtsdatum den 29. Januar 1984 an, teilte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk am Landgericht Freiburg mit. Das habe der im Iran lebende Vater des Angeklagten dem Gericht in einem Telefonat mitgeteilt.

Hussein K. wäre demnach 33 Jahre alt, zur Tatzeit vor knapp 14 Monaten wäre er 32 Jahre alt gewesen. Er selbst hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt gewesen zu sein. Zum Prozessauftakt gab er aber zu, beim Alter gelogen zu haben. Zudem hatte er gesagt, sein Vater lebe nicht mehr.

Bereits vor vier Wochen hatte eine Wissenschaftlerin vor Gericht ausgesagt, dass Hussein K. 25 Jahre alt sei. Das habe die Analyse eines Eckzahnes des Angeklagten ergeben. Ein zweites, ebenfalls vorgestelltes Gutachten besagt, das wahrscheinliche Alter von Hussein K. betrage 22 oder 23 Jahre. Dies zeigten Röntgenaufnahmen von Knochen und Gebiss sowie medizinische Untersuchungen.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam.

Ein Urteil soll es im nächsten Frühjahr geben. Die Frage des Alters hat Auswirkungen auf die Höhe der Strafe: Es geht um die Frage, ob in dem Fall Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht gilt. Sollte er nach Erwachsenenrecht verurteilt werden, droht eine lebenslange Haft, möglicherweise Sicherungsverwahrung. Für Jugendliche und Heranwachsende sind die Strafen geringer. Voraussetzung: Die Verurteilten müssen dafür zur Tatzeit jünger als 22 Jahre sein.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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