Panorama

Frost am Wochenende Verfrühte Eisheilige schicken sogar Schnee

03.05.2019, 15:53 Uhr
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Graue Wolken und kalte Temperaturen werden vorerst wohl weiter das deutsche Wetter dominieren. (Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Grad und Schnee in den Bergen: Trotz Beginn des Wonnemonats ist das Wetter in Deutschland ungemütlich. Einen Lichtblick könnte die nächste Woche darstellen, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärt.

Zwei Grad und Schnee in den Bergen: Trotz Beginn des Wonnemonats ist das Wetter in Deutschland ungemütlich. Einen Lichtblick könnte die nächste Woche darstellen, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärt.

n-tv.de: Wir schreiben den 3. Mai, und da könnte es ja auch schon mal sommerlich sein. Aber stattdessen will es der Winter am Wochenende wissen. Wenig Wonne und stattdessen Schnee?

Björn Alexander: Im Prinzip ja. Denn der Spätwinter macht noch einmal eine Visite in Mitteleuropa. In den Mittelgebirgen in Form von ein paar Zentimetern Schnee. Und auch im Flachland können kurz mal stellenweise Schnee, Schneeregen und Graupel mit dabei sein.

Wie kalt wird es denn?

Tagsüber bringen es die Temperaturen am Samstag auf 2 bis 12 Grad. Am Sonntag sind es 3 bis 13 Grad, und nachts droht verbreitet leichter Frost. Im Bergland in Form von Luftfrost, also in 2 Metern Höhe. In den tieferen Lagen ist es häufig Bodenfrost. Empfindliche Pflanzen sollten Sie also vorsorglich abdecken oder rein ins Warme holen.

Woher kommt die Kälte?

Auf der Rückseite von Skandinavientief "Werner" rutscht die Kaltluft von Norden und Nordwesten heran. Ursprünglich stammt diese Luft aus polaren Breiten und ist so ziemlich die kälteste Luftmasse, die es in dieser Jahreszeit bei uns geben kann.

Wie ungewöhnlich sind Schnee und Kälte im Wonnemonat?

Einerseits gibt es natürlich die Eisheiligen. Also eine mehr oder weniger regelmäßig wiederkehrende und markante Abkühlung, die uns nach den ersten sommerlichen Vorstößen ereilen kann. Aber nicht nur die Bauernregeln sind ein Beleg dafür, dass es die kalte Luft bis weit ins Jahr schon mal zu uns schaffen kann. Andererseits gab es nämlich beispielsweise in den Jahren 2002 und 2010 im Mai Polarluftvorstöße mit Schnee - zumindest in den höheren Lagen. Nebenbei war der gesamte Mai 2010 extrem ungemütlich: fast 2 Grad zu kalt, kaum Sonne und die 1,5-fache Regenmenge.

Mehr Regen würde uns in diesem Jahr definitiv mal gut tun. Die Kälte brauchen dagegen wohl die wenigsten.

In puncto Regen wäre ein Nachschlag auf jeden Fall gut. Ein bisschen was wird auch fallen. Allerdings sind es weiterhin nicht die ganz großen Regensummen. Dennoch sehen wir jetzt schon: Die Dürrelage aus dem vergangenen Jahr scheint sich vorerst nicht zu wiederholen. 2018 hatten wir zum jetzigen Zeitpunkt schon einige Wochen gefühlten Sommer mit Hochdruckeinfluss. Letzterer ist aber in nächster Zeit bei uns nicht in Sicht.

Stattdessen nervt uns Tief "Werner". Mit welchen Wochenendaussichten?

Bereits im Laufe der Nacht ziehen im Bereich Eifel, Hessen und Thüringen neue Niederschläge auf, die im Bergland in Schnee übergehen. Auch von der Nordsee her ziehen teils gewittrige Schauer auf, die dann auch den Samstag bestimmen. Oftmals ist es wechselhaft mit Regengüssen, die stellenweise von Blitz und Donner begleitet sind und auf den Bergen als Schnee fallen.

Ab welchen Höhenlagen?

In den Mittelgebirgen von der Eifel bis herüber ans Erzgebirge liegt die Schneefallgrenze bei rund 300 Metern. Richtung Schwarzwald und Alpen fällt oberhalb von gut 600 Metern Schnee. Stellenweise müssen Sie hierbei auch mit Glätte rechnen. Besonders diejenigen, die inzwischen schon auf Sommerreifen umgestellt haben.

Wie sieht es mit der Sonne und den Temperaturen aus?

Im Flachland sind oft nicht mehr als 8 bis 12 Grad möglich. Auf den Bergen bewegen sich die Werte bei 2 bis 7 Grad. Sonnentechnisch kommen der Westen und der Norden am besten weg. Hier gibt es das Aprilwetter der freundlicheren Art, während es im übrigen Land oftmals wolkiger ist.

Mit welchen Temperaturen geht es durch die Nacht zum Sonntag?

Die bewegen sich meistens zwischen minus 4 und plus 3 Grad, wobei es im Bergland am kältesten ist. Aber auch im Flachland müssen Sie sich verbreitet auf leichten Bodenfrost einstellen. Milder ist es eigentlich nur bei Seewind an der Küste. Wer hingegen die absoluten Kältethrill sucht, der muss im Alpenraum rauf auf die höheren Berge. Da zeigt die Polarluft mit Tiefstwerten von minus 10 bis minus 15 Grad ihr wahres Gesicht.

Wann wird es wieder wärmer?

Am Sonntag nur marginal bei Höchstwerten zwischen 3 und 13 Grad. Am kältesten ist es dann am Alpenrand, am mildesten südlich von Berlin. Dabei meldet sich die Sonne insgesamt immer häufiger wieder zurück und die Schauer werden allgemein seltener. Einzig der Alpenrand bleibt überwiegend grau mit Regen oder Schnee.

Also Samstag ungemütlich, Sonntag fast überall schöner. Was bringt uns die nächste Woche?

Am Montag besonders im Norden windiges Schauerwetter. Auch der Süden bekommt immer mal wieder Schauer. Ansonsten ist es mehrheitlich trocken und zumindest zeitweise sonnig bei 6 bis 12 Grad. Dienstag und Mittwoch bleiben weiterhin eher unbeständig mit freundlichen Phasen und Regengüssen. Immerhin: es wird schrittweise milder. Der Dienstag bringt 10 bis 16, der Mittwoch 12 bis 18 Grad.

WetterBjörn Alexander