Panorama

Vatikan öffnet zwei Gräber Vermisstenfall Orlandi bleibt nebulös

121930477.jpg

Auch auf dem durchsuchten Friedhof gab es keine Spur zu Emanuela Orlandi.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der vatikanische Vermisstenfall Emanuela Orlandi bleibt auch nach 36 Jahren ungelöst: Nachdem es zuvor Hinweise auf mögliche Überreste gegeben hatte, lässt der Vatikan zwei Gräber öffnen. Doch der Inhalt überrascht die Anwesenden.

Die spektakuläre Graböffnung auf dem deutschen Friedhof im Vatikan hat die Hoffnung auf die Aufklärung eines mysteriösen Kriminalfalls zerschlagen. Die beiden Gräber seien komplett leer gewesen, sagte Vatikansprecher Alessandro Gisotti. Es seien weder die Gebeine des verschwundenen Mädchens Emanuela Orlandi noch andere menschliche Überreste gefunden worden.

"Die Suche hat keine Ergebnisse gebracht", so Gisotti. "Es wurde keinerlei menschliche Überreste und keine Urnen gefunden." Der Vatikan hatte die Gräber öffnen lassen, um dort nach möglichen Spuren des vermissten Mädchens zu suchen. Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners war vor 36 Jahren spurlos verschwunden.

*Datenschutz

Um den Fall ranken sich seit Jahren Gerüchte und Verschwörungstheorien, in denen teilweise auch der Vatikan eine Rolle spielt. Die beiden Gräber auf dem Campo Santo Teutonico gehören zu Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Deren Hinterbliebene seien über das Ergebnis benachrichtigt worden, sagte Gisotti.

Die Familie Orlandi sucht seit Jahrzehnten nach einer Antwort in dem Fall. Emanuela war im Juni 1983 nach dem Besuch einer Musikschule nicht nach Hause gekommen. Emanuelas Bruder, Pietro Orlandi, sagte, er sei "erleichtert". "Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn man die Überreste von Emanuela gefunden hätte." Alle seien allerdings sehr verwundert gewesen, dass die Gräber komplett leer waren.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

Mehr zum Thema