Panorama

Termin-Lücken in Brandenburg Verwaltungspersonal erhält Spontan-Impfung

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Die brandenburgische Stadt Kyritz hat ihre eigenen Impfprioritäten.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Nebenwirkungen, niedrigere Wirksamkeit: Der Astrazeneca-Impfstoff hat ein Imageproblem. Weil Termine in einem brandenburgischen Impfzentrum nicht gebucht werden, lässt ein Landrat kurzentschlossen die Verwaltungsmitarbeiter impfen. Er hat dafür eine neue Priorität geschaffen: Nichts soll verfallen.

Im Impfzentrum Kyritz im Nordwesten von Brandenburg sind neben den priorisierten ambulanten und stationären Pflegekräften auch Verwaltungsmitarbeiter des Landkreises und der zugehörigen Städte und Gemeinden geimpft worden. Das teilte Landrat Ralf Reinhardt auf einer Online-Pressekonferenz mit. Er habe auf einen Hilferuf aus dem Impfzentrum reagiert, das über eine geringe Nachfrage nach Impfterminen der prioritär Berechtigten mit dem Präparat von Astrazeneca berichtet hatte. Daher sei kurzfristig interessierten Verwaltungsmitarbeitern, aber auch Feuerwehrleuten oder Kita-Mitarbeitern eine außerplanmäßige Impfung angeboten worden, sagte der SPD-Politiker.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte im Februar die Reihenfolge der Impfungen neu festgelegt. Höchste Priorität haben danach über 80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Pflegekräfte sowie Medizinpersonal mit erhöhtem Corona-Ansteckungsrisiko. Zur zweiten Gruppe gehören neben über 70-Jährigen, Menschen mit geistiger Behinderung, schwerer psychiatrischer Erkrankung, mit schweren chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Ständige Impfkommission hat den Impfstoff von Astrazeneca nur für unter 65-Jährige empfohlen. Seit sich in einigen Kliniken Mitarbeiter nach der Impfung krankgemeldet hatten, häufen sich inzwischen Klagen aus den Bundesländern, dass Impfberechtigte ihre Termine ohne Absage platzen lassen. Als weiterer Grund für die Skepsis gegen den Wirkstoff gilt die niedrigere Wirksamkeit des Vakzins etwa im Vergleich zu den Mitteln von Biontech.

Der Landrat verteidigte seine Entscheidung über die Hinzunahme von nicht priorisierten Gruppen bei der Impfung, wie etwa Mitarbeiter von Verwaltungen. Auch ihnen sollte das Impfangebot gemacht werden, wenn Impftermine etwa von Pflegekräften nicht wahrgenommen würden, argumentierte er und fügte hinzu: Zunächst seien die priorisierten Personengruppen informiert worden, betonte Reinhardt. Trotz dieser Bemühungen seien Termine "in Größenordnungen" unbesetzt geblieben. Allein am Donnerstag seien von 280 Impfmöglichkeiten nur 53 gebucht worden, sagte Reinhardt. "Es soll Impfstoff nicht im Lager stehen, es soll Impfstoff wirken und auch Schutz entfalten". Oberste Priorität sei, dass kein Impfstoff verfalle.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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