Panorama

Orkanböen und Glätte Viele Schulen bleiben wegen Sturm zu

Es kann draußen gefährlich werden: Sturmtief "Friederike" fegt einmal quer durch Deutschland. Meteorologen raten, im Zweifel lieber zu Hause zu bleiben. Außerdem sorgen glatte Straßen vielerorts für Unfälle.

Auf Deutschland kommt ein stürmischer Tag zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass es in vielen Teilen des Landes Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde geben könnte. In Hochlagen kann es noch heftiger werden - im Harz wird mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern gerechnet.

Auf dem Brocken im Harz wurden an diesem Morgen bereits Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gemessen, wie ein Meteorologe der dortigen Wetterstation sagte. Gefahr droht aber nicht nur durch das Sturmtief, sondern auch durch glatte Straßen. Bereits in der Nacht krachte es in Teilen Niedersachsens "im Minutentakt", wie die Polizei mitteilte.

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Im Morgengrauen läuft es noch im Berufsverkehr. Die Bahn warnt jedoch vor Verspätungen und Zugausfällen.

(Foto: dpa)

Zur Mittagszeit erreicht das Hauptsturmfeld den Westen. Es treffe dort vor allem die Bereiche vom Niederrhein über Ems- und Münsterland bis herunter ins Ruhrgebiet, erklärte n-tv-Meteorologe Björn Alexander. "Von hier aus zieht es weiter südostwärts, also in Richtung Großraum Harz, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo es etwa um 15 Uhr ankommt. Am Abend gibt es die stärksten Böen dann vom südlichen Brandenburg bis nach Sachsen und bis in den Osten Bayerns. In der Nacht ist der Sturm dann durch."

Unterricht fällt aus, Züge fahren langsamer

Vielerorts fällt der Schulunterricht aus, etwa im Oberharz in Niedersachsen, in Teilen von Mittelhessen und Oberfranken. In Nordrhein-Westfalen, wo für das gesamte Land Unwetterwarnungen ausgegeben wurden, können die Schulen selbst entscheiden, ob sie aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben, wie das Schulministerium mitteilte.

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Auch in dieser Grundschule in Clausthal-Zellerfeld im Oberharz findet heute kein Unterricht statt.

(Foto: dpa)

In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen. In Köln wurde die Domplatte teilweise abgesperrt. "Vorsicht Steinschlag!", warnte ein Schild.

Auch bei der Deutschen Bahn gibt es Beeinträchtigungen durch den Sturm: Auf mehreren Fern- und Nahverkehrsstrecken sind die Züge langsamer unterwegs. Betroffen sind etwa die Strecken Köln-Frankfurt und Hannover-Berlin. Hier dauere die Fahrt rund eine halbe Stunde länger, ist auf der Internetseite der Bahn zu lesen. Sie empfiehlt Reisenden, sich vorab über mögliche Störungen zu informieren.

Erste Flugausfälle

Am Münchner Flughafen fallen wegen des Sturms einige Flüge aus. Acht Flüge von und nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln der Lufthansa wurden annulliert, wie der Airport mitteilte. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden wegen des Sturms ganze 250 Flüge gestrichen. An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main herrscht hingegen Regelbetrieb. Wir sind voraussichtlich nicht direkt betroffen", sagte Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

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Vielerorts musste Schnee geschippt werden.

(Foto: dpa)

Nach Einschätzung eines DWD-Experten dürfte "Friederike" allerdings nicht so große Schäden anrichten wie Sturmtief "Xavier" im Oktober. Damals hätten die Bäume wesentlich mehr Laub getragen und damit dem Wind mehr Angriffsfläche geboten als jetzt im Januar, sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried. Bei "Xavier" waren im Herbst sieben Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste getötet worden, der Bahnverkehr im Norden und Osten wurde lahmgelegt.

Rutschige Straßen

Neben dem Wind bleibt die Glätte in vielen Teilen Deutschlands weiterhin ein Problem - vor allem im Norden, in der Mitte, im Osten und im Süden drohen laut DWD noch rutschige Straßen.

In Teilen Niedersachsens führte die Glätte zu zahlreichen Unfällen - am Abend und in der Nacht besonders rund um Wilhelmshaven und Westerstede. Auf den Autobahnen 28 und 29 krachte es "im Minutentakt", wie die Polizei mitteilte. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.
Auch in Oberbayern berichtete die Polizei von vielen Unfällen durch Schneefall. In Baden-Württemberg kam kurz nach Mitternacht ein 23-Jähriger ums Leben. Er saß auf dem Beifahrersitz eines Wagens, der gegen einen Sattelzug schleuderte. Der Fahrer war bei Glätte zu schnell unterwegs gewesen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa