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Zeitverlust kostet Menschenleben Vier von fünf Rettungsgassen sind blockiert

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Das Bußgeld für das Blockieren von Rettungsgassen wurde drastisch erhöht.

(Foto: dpa)

Wenn es darum geht, Leben zu retten, zählt für Notärzte jede Sekunde. Doch in den meisten Fällen wird die Rettungsgasse durch Fahrzeuge blockiert. Das Deutsche Rote Kreuz schätzt den Zeitverlust durch die Behinderung auf bis zu fünf Minuten.

Erschwerte Fahrt zum Unfallort: Bei 80 Prozent aller Rettungseinsätze wird laut einer Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes die Rettungsgasse durch Fahrzeuge blockiert. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf die DRK-Umfrage, an der sich 96 Rettungsteams aus Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Niedersachsen, Berlin und Sachsen beteiligten.

Nach Angaben von DRK-Bundesarzt Peter Sefrin wird der durchschnittliche Zeitverlust durch diese Behinderungen demnach auf bis zu fünf Minuten geschätzt. Für einen Patienten, der reanimiert werden müsse, könne dann bereits jede Hilfe zu spät sein. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt bezeichnete die Zahlen in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" als "erschreckend". "Gerade wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde."

Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten schockierende Berichte über Sanitäter, die wegen fahrlässig blockierter Rettungsgassen wertvolle Zeit verloren. Die Strafen dafür wurden deshalb kürzlich deutlich erhöht: Die Behinderung von Rettungskräften kann inzwischen mit Bußgeldern von bis zu 320 Euro und einem Fahrverbot geahndet werden. Vorher waren lediglich 20 Euro fällig.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius  von der SPD sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", womöglich müssten die Strafen jedoch noch weiter verschärft werden. "Sollten wir feststellen, dass wir mit der jetzigen Höhe der Bußgelder nicht die erhoffte Wirkung erreichen, müssen wir über weitere Erhöhungen nachdenken. Andere europäische Länder wie beispielsweise Österreich sehen sogar Sanktionen bis zu 2180 Euro vor."

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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