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Witzig oder stigmatisierend? Virales Video warnt Inder vor Virus

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Screenshot aus dem Video.

In Indien versucht die Polizei auf eher unkonventionelle Weise, die Menschen von der Einhaltung der Ausgangssperre zu überzeugen. Ein Video zeigt, wie Regelbrecher zu einem vermeintlich Erkrankten gesperrt werden.

Schon häufiger hat die indische Polizei mit fragwürdigen Methoden der Corona-Bekämpfung für Aufsehen gesorgt. Nun ist ein Präventionsvideo viral gegangen, in dem Beamte mit Masken und Handschuhen Ausgangssperren-Regelbrecher in einen Krankenwagen mit einem Mann einsperren, der vorgibt, Coronavirus-Patient zu sein.

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Die jungen Männer drücken sich panisch in die Ecken des Autos, während ihnen der angebliche Patient immer näher kommt. Am Schluss des Videos sagt eine Polizistin: "Wenn du herumläufst, könnte jeder das neuartige Coronavirus haben und du weißt es vielleicht nicht." Man solle Masken tragen, wenn man draußen das Nötigste kaufe.

In den sozialen Netzwerken fanden viele das Video der Polizei im südindischen Tiruppur gut. Einige kritisierten aber, dass es Covid-19-Patienten stigmatisieren würde. Die zuständige Polizeiinspektorin sagte der Zeitung "Deccan Herald", dass dies nicht die Absicht gewesen sei. Man habe lediglich zeigen wollen, wie ansteckend das Virus sei.

Andere Polizisten in Indien hatten Regelbrecher schon geschlagen oder sie Turnübungen machen lassen. Anderswo erschreckten Beamte Passanten mit Helmen in Form eines Coronavirus. In Indien - dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt - gibt es laut offiziellen Angaben mehr als 23.000 bestätigte Covid-19-Fälle. Mehr als 700 Menschen sind an der Lungenkrankheit gestorben.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa